ZVEI fordert schnelle Reformen für ein flexibleres und transparentes Stromnetz bis 2027

Thies Freudenberger
Thies Freudenberger
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Eine lange Reihe von Servern in einem Rechenzentrum, mit elektronischen Geräten in den Racks und Lampen oben.Thies Freudenberger

ZVEI fordert schnelle Reformen für ein flexibleres und transparentes Stromnetz bis 2027

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) hat zentrale Maßnahmen vorgestellt, um die Flexibilität und Transparenz des Stromnetzes zu verbessern. Im Fokus stehen zwei zentrale Handlungsfelder: die beschleunigte Einführung von Steuerungssystemen und die Umsetzung des Digitalen Produktpasses 4.0 (DPP4.0). Beide Initiativen zielen darauf ab, ein effizienteres und widerstandsfähigeres Energienetz in ganz Deutschland zu schaffen.

Bis Ende 2024 hatten acht deutsche Verteilnetzbetreiber – darunter E.ON, EnBW, Westnetz und Bayernwerk – Pilotprojekte für Steuerungssysteme in Niederspannungsnetzen abgeschlossen. Die Tests stießen jedoch auf Hindernisse wie hohe Integrationskosten, regulatorische Hürden durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) sowie fehlende standardisierte Schnittstellen. Auch Datenschutzbedenken und eine geringe Kundenakzeptanz stellten Herausforderungen dar.

Der ZVEI betonte, dass isolierte Pilotprojekte nicht ausreichen. Für echten Fortschritt seien eine flächendeckende Einführung, klare technische Schnittstellen und stabile regulatorische Rahmenbedingungen erforderlich. Die Stärkung von Standards, die Schließung von Integrationslücken und die Skalierung erfolgreicher Pilotvorhaben seien entscheidend, um die Netflexibilität zu steigern.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Digitalen Produktpass 4.0 (DPP4.0), der als zuverlässiges Datenrahmenwerk den gesamten Lebenszyklus eines Produkts abbilden soll. Dieses System würde die Transparenz und Qualität im Netzbetrieb verbessern. Sein Erfolg hänge von der praktischen Umsetzung, einem breiten Branchenengagement und der Entwicklung eines unabhängigen Datenökosystems ab. Zudem müsse der DPP4.0 als zentrale Datenquelle in einer interoperablen und sicheren digitalen Umgebung funktionieren.

Die technologische Grundlage für ein leistungsfähiges Netz ist bereits vorhanden. Doch Tempo, Standardisierung und konsequente Umsetzung bleiben entscheidend, um ein widerstandsfähiges und effizientes Energiesystem aufzubauen. Der ZVEI hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2027 die Einführung von Steuerungssystemen deutlich zu beschleunigen.

Die Vorschläge des ZVEI unterstreichen die Notwendigkeit, Steuerungssysteme zügiger auszurollen und den DPP4.0 einzuführen, um das Stromnetz zu modernisieren. Wie schnell diese Veränderungen wirken, hängt davon ab, ob es gelingt, Integrationskosten, regulatorische Barrieren und Standardisierungsfragen zu überwinden. Das Ziel ist ein flexibleres, transparenteres und effizienteres Stromnetz bis 2027.

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