NRW verschärft Steuerregeln: Influencer müssen jetzt alle Einnahmen offenlegen
NRW verschärft Steuerregeln: Influencer müssen jetzt alle Einnahmen offenlegen
Influencer in Nordrhein-Westfalen müssen sich auf strengere Steuerregeln einstellen, da die Behörden die Kontrollen verschärfen. Wer durch Werbedeals, kostenlose Produkte oder Affiliate-Links Einnahmen erzielt, muss künftig gewerbesteuerliche und einkommensteuerliche Pflichten erfüllen. Die Verschärfung ist Teil einer bundesweiten Initiative, um sicherzustellen, dass Social-Media-Verdienstende ihre Einkünfte korrekt deklarieren.
Als steuerpflichtiges Einkommen gelten Zahlungen aus Markenkooperationen, der Verkauf von Merchandise-Artikeln oder Provisionen aus Affiliate-Marketing. Selbst kostenlose Geschenke oder Einladungen zu Veranstaltungen zählen als Einnahmen – sofern sie behalten werden – und werden mit ihrem üblichen Verkaufswert bewertet. Die Behörden warnen: Schon der Wunsch, mehr einzunehmen als auszugeben, kann eine genauere Prüfung auslösen.
Sämtliche Belege und Finanzunterlagen müssen für mögliche Steuerprüfungen aufbewahrt werden. Wer regelmäßig gewinnorientiert Content erstellt, muss ein Gewerbe anmelden, auch wenn damit nicht automatisch Gewerbesteuer fällig wird. Allerdings können Einkommensteuer oder Mehrwertsteuer anfallen – abhängig von der Höhe der Einnahmen.
Als Betriebsausgaben absetzbar sind alle Kosten, die direkt mit der Content-Erstellung zusammenhängen, etwa für Equipment, Software oder Reisen. Die Steuererklärung muss bis zum 31. Juli des Folgejahres abgegeben werden – sofern kein Steuerberater eingeschaltet ist, der eine Fristverlängerung ermöglicht.
Bundesweit haben die Finanzämter für die Jahre 2024 und 2025 bereits 60.000 Datensätze von Influencern gesammelt. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden 7.000 Influencer ins Visier genommen, wobei 6.000 Datensätze ausgewertet und über 200 Verfahren eingeleitet wurden. Auch Bayern spielt eine zentrale Rolle bei der Aufdeckung von Steuerlücken unter Social-Media-Verdienstenden.
Die neuen Vorschriften verpflichten Influencer, sämtliche Einnahmen – inklusive Sachzuwendungen – lückenlos zu dokumentieren. Bei Verstößen drohen Strafzahlungen oder Nachforderungen. Mit 60.000 bereits geprüften Datensätzen machen die Behörden deutlich: Die Einkünfte von Influencern stehen ganz oben auf der Agenda.
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