Zugbegleiterin schlägt Alarm: Immer mehr Gewalt gegen Bahnmitarbeiter

Doris Dowerg
Doris Dowerg
2 Min.
Ein Schwarz-Weiß-Bild einer Zugkollision mit Menschen in Helmen drumherum, Strommasten, Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund.Doris Dowerg

Zugbegleiterin schlägt Alarm: Immer mehr Gewalt gegen Bahnmitarbeiter

Erfahrene Zugbegleiterin aus Saerbeck spricht über zunehmende Gewalt gegen die Bahn

Mandy Brune, die seit 25 Jahren bei der Deutschen Bahn arbeitet, hat sich zu Wort gemeldet und die wachsende Gewalt gegen Eisenbahnangestellte angeprangert. Die langjährige Zugbegleiterin aus Saerbeck unterstützt nun eine Gewerkschaftskampagne, die besseren Schutz für Beschäftigte fordert. Die Initiative "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" macht auf die steigenden Bedrohungen und die mangelnde Unterstützung aufmerksam, mit denen Zugbegleiter im Berufsalltag konfrontiert sind.

Allein in den vergangenen fünf Jahren verzeichnete die Deutsche Bahn rund 12.000 Angriffe auf Mitarbeiter durch Fahrgäste. Die Zahlen steigen kontinuierlich: 1.800 Vorfälle im Jahr 2021, 2.100 im Jahr 2022, 2.500 im Jahr 2023 sowie jeweils 2.800 in den Jahren 2024 und 2025. Brune schildert, wie verbale Beleidigungen und Drohungen längst zum Alltag gehören – oft ohne dass Umstehende in Konfliktsituationen eingreifen.

Trotz aller Belastungen liebt Brune ihren Beruf, doch es erschüttert sie, wenn Fahrgäste tatenlos zusehen. Die Kampagne zielt darauf ab, Reisende über die Herausforderungen von Zugbegleitern und anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst aufzuklären. Gleichzeitig soll mehr Zivilcourage gefördert werden, um Mitarbeiter in kritischen Momenten zu unterstützen.

Neithard von Böhlen, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Nordrhein-Westfalen, fordert dringende Maßnahmen. Zu seinen Forderungen gehören die Besetzung von Schichten mit zwei Mitarbeitern, Körperkameras für das Personal sowie eine spezielle Staatsanwaltschaft, die sich mit Übergriffen auf Zugbegleiter befasst. Die Gewerkschaft betont, dass diese Schritte unverzichtbar sind, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten.

Mit der Kampagne will man die Gewalt gegen Bahnmitarbeiter durch eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit eindämmen. Die eigenen Daten der Deutschen Bahn zeigen, dass sich die Angriffe in nur fünf Jahren nahezu verdoppelt haben. Gewerkschaftsvertreter wie von Böhlen und Beschäftigte wie Brune drängen nun auf konkrete Lösungen, um die Kollegen im Berufsalltag besser zu schützen.

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