05 April 2026, 00:50

Watzkes Rücktritt beim BVB: Eine Ära endet – doch der Rheinmetall-Skandal bleibt

Das Logo der Berlin Finance Initiative zeigt einen blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen 'B' in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster, alles vor einem weißen Hintergrund mit den Worten 'Berlin Finance Initiative' in fetter schwarzer Schrift.

BVB-Mitglieder entscheiden über Watzkes neue Rolle - Watzkes Rücktritt beim BVB: Eine Ära endet – doch der Rheinmetall-Skandal bleibt

Hans-Joachim Watzke tritt als langjähriger Geschäftsführer von Borussia Dortmund zurück

Beim diesjährigen Mitgliederversammlung des BVB an diesem Sonntag wird Hans-Joachim Watzke, der seit über zwei Jahrzehnten als Geschäftsführer tätig ist, von seinem Amt zurücktreten. Anschließend steht er als einziger Kandidat für das Amt des Präsidenten des BVB-Trägervereins zur Wahl. Doch die Versammlung könnte auch die wachsende Unzufriedenheit unter den Mitgliedern über den umstrittenen Sponsoringvertrag mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall offenlegen.

Watzkes Abschied als Geschäftsführer markiert das Ende einer Ära für Dortmund. Seine Führung prägte über 20 Jahre lang die geschäftliche und sportliche Ausrichtung des Vereins. Der Wechsel wurde im Vorfeld der Sonntagsversammlung bekannt gegeben, auf der er offiziell zurücktreten wird, bevor er sich zur Wahl als Präsident stellt.

Ursprünglich hatte sich auch der amtierende Präsident Reinhold Lunow für eine weitere Amtszeit beworben. Doch Lunow zog seine Kandidatur zurück, sodass Watzke nun als einziger Bewerber gilt. Insider beschreiben seine Wahl als so gut wie sicher.

Doch die Versammlung wird sich voraussichtlich nicht nur mit personellen Veränderungen beschäftigen. Erwartet wird, dass Mitglieder ihre Kritik am Sponsoringvertrag mit Rheinmetall äußern, der im Mai 2025 bekannt gegeben wurde. Seit der Ankündigung wächst der Widerstand: Proteste, Kampagnen wie Rote Karte und Stoppt den Waffenhandel sowie eine Studie zur Normalisierung von Rüstungs-Sponsoring haben die Kontroverse verschärft. Auch politisch gerät der Deal unter Druck – die Linkspartei Die Linke fordert die sofortige Beendigung der Partnerschaft. Kein anderer großer deutscher Fußballverein hat mit einer vergleichbaren Gegenbewegung zu kämpfen.

Die Heftigkeit der Reaktionen deutet darauf hin, dass das Thema die Diskussionen dominieren wird. Während Watzkes Wahl zum Präsidenten als gesichert gilt, könnte der Streit um das Sponsoring seinen Amtsantritt überschatten.

Mit seinem Wechsel in die Präsidentschaft vollzieht sich an der BVB-Spitze ein reibungsloser Führungswechsel. Doch der Rheinmetall-Deal bleibt ein Zankapfel für die Mitglieder. Die Mitgliederversammlung wird zeigen, ob sich die Unzufriedenheit zu breiteren Forderungen nach Veränderung verdichtet – oder ob der Verein seinen Kurs unverändert beibehält.

AKTUALISIERUNG

Watzke Secures BVB Presidency with 59% Vote, Marks 21-Year Farewell

Hans-Joachim Watzke has been elected as Borussia Dortmund's new president with 59% of the vote, following a farewell ceremony after 21 years as CEO. The members' assembly confirmed his election without opposition. His farewell as CEO was marked by applause after nearly two decades of leadership.