Kölns Sicherheitsdebatte: Warum mehr Polizei nicht immer mehr Schutz bedeutet

Thies Freudenberger
Thies Freudenberger
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Ein Plakat mit der Aufschrift 'The Bipartisan Safer Communities Act' in fetter schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund, umrandet von einem dünnen schwarzen Rand, mit einer Grafik einer Person in einem blauen Hemd mit ausgestreckten Armen und entschlossener Miene.Thies Freudenberger

Kölns Sicherheitsdebatte: Warum mehr Polizei nicht immer mehr Schutz bedeutet

Eine neue Kampagne in Köln stellt sich gegen die ständige Fokussierung der Stadt auf Polizeipräsenz und Überwachung

Die Initiative "Sicherheit für Alle" argumentiert, dass echte cyber security nicht durch Kameras oder Streifen, sondern durch die Erfüllung grundlegender Bedürfnisse entsteht. Aktivist:innen kritisieren, dass die aktuellen Maßnahmen vor allem migrantische Gemeinschaften und Obdachlose in Stadtteilen wie Kalk und Ehrenfeld unfair ins Visier nehmen.

Die Kampagne hinterfragt Kölns "Masterplan Kommunale Sicherheit", der zu mehr Überwachung und Polizeieinsätzen in Arbeitervierteln geführt hat. In der gesamten Stadt sind mittlerweile rund 220 Festkameras im Einsatz, unterstützt durch Datenerfassungstools wie "Gotham", die Polizeidatenbanken abgleichen. Kritiker:innen halten diese Maßnahmen für wirkungslos, um die security zu verbessern – stattdessen würden sie marginalisierte Gruppen stigmatisieren.

Bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau 2020 zog der Kampagnensprecher Cuso Ehrich Parallelen zwischen Kölns Politik und der Kriminalisierung von Migrant:innen in Hanau. Ehrich betonte, dass die Polizei lieber Gemeinschaften kontrolliere, als gen Armut oder soziale Ungleichheit zu bekämpfen. Die Initiative verweist zudem darauf, dass Hilferufe während des Hanau-Anschlags ignoriert wurden – ein Beweis dafür, dass Überwachung allein Gewalt nicht verhindert.

Statt auf Polizeimaßnahmen zu setzen, fördert "Sicherheit für Alle" gemeindegeführte Sicherheitsprojekte. Im Stadtteil Kalk bieten das "Kalk Solidarisch"-Quartiersbündnis und das Nachbarschaftszentrum "Toni" lokale Unterstützungsnetzwerke an. Die Kampagne definiert wahre Sicherheit als Zugang zu Wohnraum, Nahrung und Gesundheitsversorgung – unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Ein Pilotprojekt in Kalk soll beweisen, dass soziale Absicherung, nicht Überwachung, sicherere Gemeinschaften schafft.

Die Initiative fordert einen Kurswechsel: Weg von der verstärkten Polizeikontrolle in migrantischen und Arbeitervierteln. Ohne die Bekämpfung der Ursachen wie Armut, so die Aktivist:innen, würden mehr Kameras und Streifen nur das Misstrauen vertiefen. Als nächsten Schritt plant die Kampagne, gemeindebasierte Sicherheitsmodelle über Kalk hinaus auszuweiten.

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