31 March 2026, 16:29

Wie die Bundeswehr gegen Proteste und Verbote entstand

Altes Buchcover mit dem Titel "Berliner Leben" mit einer Gruppe von Menschen in einer feierlichen Umgebung und einem deutschen militärisch verbundenen Logo.

Wie die Bundeswehr gegen Proteste und Verbote entstand

Die Gründung der neuen Streitkräfte Westdeutschlands, der Bundeswehr, stieß jahrelang auf heftigen Widerstand, bevor sie in den 1950er-Jahren offiziell Gestalt annahm. Die Debatten über die Wiederbewaffnung begannen während des Koreakriegs, doch Proteste, politische Verbote und wissenschaftlicher Widerstand verzögerten ihre Entstehung bis 1956.

Erste Diskussionen über einen "deutschen Verteidigungsbeitrag" kamen Anfang der 1950er-Jahre auf, angestoßen durch den Koreakrieg. Bereits 1951 versuchte die Regierung ein Volksbegehren zur Wiederbewaffnung – doch das Innenministerium blockierte es. Im selben Jahr wurde die Freie Deutsche Jugend (FDJ), eine Organisation, die sich gegen die Remilitarisierung stellte, in Westdeutschland verboten.

Die Vorstellung, deutsche Soldaten könnten einer europäischen Armee beitreten, löste breite Empörung aus. Unter dem Motto "Ohne mich!" brachen Proteste aus, und der Widerstand hielt an, als die Pläne für einen NATO-Beitritt konkreter wurden. Am 12. November 1955 wurden die ersten 110 Offiziere und Unteroffiziere ernannt – ein entscheidender Schritt zum Aufbau der neuen Streitmacht.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Im Januar 1956 traten die ersten Freiwilligen ihren Dienst in den Kasernen an, doch der Name Bundeswehr wurde erst am 1. April offiziell eingeführt. Die Ablehnung blieb stark: 1957 unterzeichneten 18 führende Wissenschaftler das Göttinger Manifest und verurteilten die atomare Bewaffnung der Armee. Trotz anhaltender Proteste wurde im Juli 1956 nach hitzigen Bundestagsdebatten die Wehrpflicht eingeführt.

Die Bundeswehr wurde 1956 schließlich Realität, doch ihre Entstehung war von Jahren des öffentlichen Widerstands und politischer Konflikte geprägt. Von verbotenen Volksabstimmungen bis zu wissenschaftlichen Appellen spiegelte der Weg zur Wiederbewaffnung tiefe Gräben wider – über die militärische Rolle Deutschlands nach dem Krieg.

Quelle