NRW-Kitas protestieren gegen KiBiz-Reform: "Wir sind sprachlos" vor Personalmangel und Kürzungen
Irmtraut BeckerNRW-Kitas protestieren gegen KiBiz-Reform: "Wir sind sprachlos" vor Personalmangel und Kürzungen
Kitas in ganz Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Änderungen des Landes-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)
Eltern, Erzieherinnen und Kinder versammelten sich diese Woche in Lennestadt unter dem Motto "Wir sind sprachlos", um gegen Kürzungen und Personalmangel zu demonstrieren. Die von dem Trägerverbund WIR-KITAs organisierten Proteste sollen in den kommenden Wochen auf weitere Einrichtungen übergreifen, da der Widerstand gegen die geplanten Reformen wächst.
Die Kundgebungen sind der vorläufige Höhepunkt monatelanger Frustration über die im Januar eingeführte KiBiz-Reform, die nach Ansicht von Kritikern den steigenden Kosten nicht gerecht wird. Explodierende Energiekosten und ein massiver Fachkräftemangel bringen viele Kitas an ihre Grenzen. Vanessa Frankenthal, Leiterin des Kindergartens St. Josef Saalhausen, warnte, dass die aktuelle Situation es unmöglich mache, den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden.
Besonders im Sauerland sorgen sich Erzieher und Eltern über das im Gesetzentwurf vorgesehene "Kern- und Randzeiten"-Modell. Dieses würde die Präsenzzeiten des Personals verkürzen und die ohnehin unterbesetzten Einrichtungen weiter belasten. Kathrin Lawicki, Elternvertreterin, betonte ihr Vertrauen in die Fachkräfte und forderte, dass qualitative Betreuung Priorität behalten müsse.
Die Landesregierung hat für das kommende Kita-Jahr, das im August beginnt, zusätzliche 200 Millionen Euro zugesagt. Doch die Protestierenden halten dies für unzureichend. Bereits im März hatte das Kita-Bündnis NRW mit einer Demonstration vor der Staatskanzlei in Düsseldorf die weitverbreitete Unzufriedenheit zum Ausdruck gebracht. Sollten die Reformen verabschiedet werden, treten sie im nächsten Jahr in Kraft.
Die Proteste zeigen, wie tief die Sorgen über Finanzierung und Personalnot in NRWs Kita-System reichen. Da viele Einrichtungen bereits am Limit arbeiten, könnten die geplanten Änderungen die Bedingungen für Kinder und Beschäftigte weiter verschärfen. Die zugesagten Mittel der Landesregierung haben die Ängste vor den langfristigen Folgen der Reform kaum lindern können.






