31 March 2026, 16:28

EU-Kommission plant behutsame Reform des Emissionshandels statt radikaler Umbruch

Eine Europakarte mit dem Logo des Europäischen Umweltbundes im linken oberen Eck, die in verschiedenen Grüntönen schattiert ist, um die EU-Regionen anzuzeigen.

EU-Kommission plant behutsame Reform des Emissionshandels statt radikaler Umbruch

Die Europäische Kommission wird an diesem Mittwoch ihre ersten Vorschläge zur Reform des EU-Emissionshandels (ETS) vorlegen. Die Pläne zielen darauf ab, die Forderungen der Industrie mit den Klimazielen in Einklang zu bringen – ohne das System grundlegend umzukrempeln, obwohl es zuvor Rufe nach radikalen Änderungen gegeben hatte.

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Die Reformen sehen Anpassungen zentraler Mechanismen wie der Marktstabilitätsreserve (MSR) vor, behalten aber die grundlegende Struktur des Systems bei. Ein formeller Vorschlag, der mit den EU-Klimazielen für 2040 abgestimmt ist, wird voraussichtlich Ende 2026 vorgelegt.

Der Druck, das ETS zu reformieren, hat in den letzten Monaten zugenommen. Evonik-Chef Christian Kullmann hatte zuvor gefordert, das System entweder abzuschaffen oder tiefgreifend zu ändern. Statt es zu demontieren, setzt Brüssel nun auf gezielte Anpassungen.

Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Marktstabilitätsreserve: Die Kommission wird die Streichung von Zertifikaten dauerhaft beenden – ein Schritt, der den CO₂-Markt stabilisieren soll. Zudem werden die Benchmarks für die Industrie, insbesondere für den Chemiesektor, überarbeitet, um die Compliance-Anforderungen zu erleichtern.

Diese Neuausrichtung folgt einem Aufruf zu Kompromissen seitens der Wirtschaft und politischer Vertreter. In einem aktuellen Gastbeitrag für das Handelsblatt plädierten Kullmann und der EU-Abgeordnete Peter Liese für pragmatische Lösungen und kluge Kompromisse. Ihre Argumentation spiegelt den aktuellen Ansatz der Kommission wider: das ETS reformieren, ohne seine langfristigen Klimaziele zu untergraben.

Weitere Details werden in der zweiten Jahreshälfte 2026 bekannt gegeben, wenn der vollständige Vorschlag veröffentlicht wird. Bis dahin wird die Ankündigung am Mittwoch die ersten Schritte skizzieren, um industrielle Belange mit ökologischen Verpflichtungen in Einklang zu bringen.

Die Reformen stellen einen Mittelweg zwischen den Forderungen der Wirtschaft und der Klimapolitik dar. Durch die Anpassung der MSR und die Überarbeitung der Benchmarks will die EU das ETS erhalten und gleichzeitig für Sektoren wie die Chemieindustrie praktikabler gestalten. Der endgültige Vorschlag 2026 wird zeigen, wie diese Änderungen Europas Weg zu den Klimazielen für 2040 prägen werden.

Quelle