11 April 2026, 00:25

Vonovia-Chef fordert radikale Reform der Mietpreisbremse – trotz Rekordgewinns

Schwarze-weißes Architekturzeichnung eines Hauses mit zahlreichen Fenstern und einem Dachfirst, beschriftet als erstes Haus in Deutschland, begleitet von detaillierten Plänen und Text.

Vonovia-Chef fordert Reform der Mietpreisbremse - Vonovia-Chef fordert radikale Reform der Mietpreisbremse – trotz Rekordgewinns

Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia fordert grundlegende Reform der Mietpreisbremse

Der Konzernchef von Vonovia, Rolf Buch, hat eine umfassende Überarbeitung der deutschen Mietpreisregulierung gefordert. Die aktuellen Vorschriften würden einkommensschwache Mieter nicht ausreichend schützen und die Wohnungsnot weiter verschärfen, so Buch. Seine Äußerungen fallen mit einer deutlichen finanziellen Erholung des Unternehmens zusammen: Im ersten Dreivierteljahr 2024 stieg der Gewinn auf 3,4 Milliarden Euro.

Die Mietpreisbremse, 2015 eingeführt, soll in Ballungsräumen übermäßige Mietsteigerungen begrenzen. Demnach dürfen Neuvermietungen maximal zehn Prozent über dem ortsüblichen Vergleichsmietspiegel liegen. Doch Buch kritisiert, das System schade mittlerweile genau jenen, die es eigentlich entlasten solle – und hemme Investitionen in dringend benötigten Wohnraum.

Tatsächlich zeigen Vonovias eigene Zahlen, dass die Mieten trotz Regulierung steigen: Im Berichtszeitraum kletterte die durchschnittliche Kaltmiete des Konzerns auf 8,28 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber 2023. Bundesweit lag der Schnitt Ende September bei 8,11 Euro pro Quadratmeter.

Finanziell hat Vonovia einen deutlichen Turnaround geschafft: Nach einem Verlust von 592 Millionen Euro im Vorjahr verbuchte das Unternehmen im gleichen Zeitraum 2024 einen Gewinn von 3,4 Milliarden Euro. Buch, der den Aufstieg Vonovias zum größten deutschen Wohnungsanbieter prägte, scheidet zum Jahresende aus. Sein Nachfolger wird ab Januar Luka Mucic, derzeit Finanzvorstand bei Vodafone und ehemaliger SAP-Manager.

Buch schlägt ein reformiertes Mietdeckel-Modell vor, das gezielt einkommensschwache Haushalte unterstützt, während für andere Mieter marktübliche Konditionen gelten. Solche Anpassungen könnten Investitionen in den Neubau freisetzen und die Wohnungsnot lindern, argumentiert er.

Vonovias Vorstoß für eine Reform der Mietpreisbremse kommt zu einer Zeit steigender Mieten und eines angespannten Wohnungsmarkts. Die finanzielle Erholung des Konzerns und der anstehende Führungswechsel unterstreichen die Dringlichkeit politischer Kurskorrekturen. Eine Neuregelung müsste jedoch Mieterrechte mit Anreizen für mehr Wohnungsbau in Einklang bringen.

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