Renault macht E-Auto-Batterien zu wertvollen Vermögenswerten – statt sie wegzuwerfen
Irmtraut BeckerRenault macht E-Auto-Batterien zu wertvollen Vermögenswerten – statt sie wegzuwerfen
Renault revolutioniert das Batteriemanagement für Elektrofahrzeuge – und behandelt Akkus als wertvolle Vermögenswerte statt als Wegwerfartikel. Der Konzern hat eine komplexe Lieferkette entwickelt, die Batteriewechselstationen, Echtzeit-Datenerfassung und kreislauforientierte Logistik umfasst, um Fahrzeuge länger auf der Straße zu halten.
Das neue System, das unter der Leitung von Israfil Beker, dem bei Renault für die Aftersales-EV-Lieferkette zuständigen Generalmanager, entstand, betrachtet Batterien als zentralen Wertbestandteil eines Fahrzeugs – in manchen Fällen machen sie bis zu 30 Prozent des Gesamtwerts aus. Statt eines linearen Flusses zirkulieren die Komponenten nun zwischen Händlern, Werkstätten, Lagern und Recyclingbetrieben, wobei jeder Akteur gleichzeitig Lieferant und Kunde ist.
Beker treibt ein 360-Grad-Modell voran, in dem Zusammenarbeit und gegenseitige Abhängigkeit die traditionellen, starren Lieferketten ersetzen. Die Kreislaufwirtschaft hilft, Lagerbestandsprobleme zu lösen, doch die Echtzeit-Datenaustausch bleibt eine Hürde – bedingt durch unterschiedliche ERP-, WMS- und TMS-Systeme der Partnerunternehmen.
Seit Beker die Batterie-Wechselstrategie 2023 einführte, hat Renault in Frankreich erste Wechselstationen aufgebaut, beginnend mit einem kommerziellen Standort in Ris-Orangis im Mai 2025. Die Modelle Renault 5 E-Tech und Twingo E-Tech unterstützen den Akkutausch bereits in Frankreich; bis 2026 sollen Deutschland und die Niederlande folgen. Ziel ist es, die Stillstandszeiten der Fahrzeuge zu verkürzen – doch regulatorische Herausforderungen bleiben: Batterien gelten als Gefahrgut, und selbst innerhalb eines Landes wie Deutschland können die Vorschriften variieren.
Renaults Ansatz verwandelt Batterien von Verbrauchsmaterialien in langfristige Wertanlagen, indem Tauschprogramme, Kreislauf-Logistik und Echtzeit-Tracking die Effizienz steigern. Der Erfolg hängt jedoch von engerer Zusammenarbeit und der Überwindung von Datenbarrieren ab – während die Expansion in den wichtigsten europäischen Märkten bereits läuft.






