Großrazzia in NRW: Logistikfirma soll Kurierfahrer illegal beschäftigt haben
Thies FreudenbergerGroßrazzia in NRW: Logistikfirma soll Kurierfahrer illegal beschäftigt haben
Behörden in Nordrhein-Westfalen gehen gegen mutmaßliche illegale Beschäftigung in der Logistikbranche vor
Die Ermittlungsbehörden in Nordrhein-Westfalen haben eine großangelegte Razzia gegen einen Logistik-Dienstleister durchgeführt, dem vorgeworfen wird, ein nicht gemeldetes Beschäftigungssystem betrieben zu haben. Bei der koordinierten Aktion am 24. März 2026 wurden ein Netzwerk zur Steuerhinterziehung sowie die Vorenthaltung von Sozialabgaben für Kurierfahrer ins Visier genommen. Im Rahmen der Operation wurden drei Haftbefehle erlassen.
Die von der Zentralen Anlaufstelle zur Bekämpfung von Wirtschafts- und Finanzkriminalität (ZeFin NRW) geleiteten Ermittlungen umfassten 37 Durchsuchungsbefehle im Ruhrgebiet. An der Aktion beteiligten sich Zollbeamte, das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW), die Bundespolizei sowie eine Spezialeinheit des Zolls. Bei den Durchsuchungen wurden 174.000 Euro Bargeld und sechs elektrische Lastenräder als Beweismittel sichergestellt.
Dem Subunternehmer wird vorgeworfen, Fahrer systematisch in bar bezahlt zu haben, um Steuern und Sozialabgaben zu umgehen. Dieses Modell entspricht einem branchenweiten Trend, bei dem Unternehmen in den Bereichen Essenslieferung, Fahrdienstleistungen und Reinigung zunehmend auf dezentrale Netzwerke scheinselbstständiger Auftragnehmer setzen. Solche Strukturen verbreiteten sich zwischen 2018 und 2023 rasant, bevor die Aufsichtsbehörden die Kontrollen verschärften.
Im Zuge der Razzia wurden umfangreiche Beweismittel beschlagnahmt, die nun detailliert ausgewertet werden. Um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden, gaben die Behörden keine weiteren Einzelheiten bekannt.
Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, illegale Beschäftigung und Steuerbetrug im deutschen Logistiksektor zu bekämpfen. Drei Beschuldigte – ein 39-jähriger Hauptverdächtiger, ein 29-jähriger Mann und eine 26-jährige Frau – müssen sich wegen des Vorwurfs der organisierten Schwarzarbeit und der Bildung einer kriminellen Vereinigung verantworten. Das Ergebnis der Ermittlungen könnte Auswirkungen auf ähnliche Geschäftsmodelle in den Branchen Lieferdienste, Fahrvermittlung und Zeitarbeit haben.






