NRW reformiert politische Bildung: Mehr Unabhängigkeit für Landeszentrale
Thies FreudenbergerNRW-Zentrum für politische Bildung soll unabhängiger werden - NRW reformiert politische Bildung: Mehr Unabhängigkeit für Landeszentrale
Nordrhein-Westfalen reformiert seine Landeszentrale für politische Bildung, um Unabhängigkeit und demokratisches Engagement zu stärken. Ein gemeinsamer Gesetzentwurf von CDU, Grünen, SPD und FDP wird an diesem Mittwoch im Düsseldorfer Landtag zur Abstimmung stehen. Die Neuerungen zielen darauf ab, die Rolle der Behörde bei der Förderung politischer Teilhabe in allen gesellschaftlichen Gruppen zu festigen.
Künftig wird die Landeszentrale dem Parlament unterstellt – nicht mehr der Regierung. Dieser Schritt soll ihre überparteiliche Ausrichtung und langfristige Stabilität sichern. Ein Kuratorium, dem Vertreter aller Fraktionen sowie ein von Parlament benannter Experte angehören, wird die Arbeit überwachen.
Die Leitung der Behörde wird vom Kuratorium mit einer Zweidrittelmehrheit für eine Amtszeit von sechs Jahren bestellt. Dieses Verfahren soll politische Einflussnahme auf Personalentscheidungen verhindern. Der Auftrag der Landeszentrale bleibt unverändert: durch Bildungsarbeit demokratisches Bewusstsein zu fördern.
Ihre Programme richten sich an Menschen aller sozialen Schichten und umfassen Materialien wie Filme, Spiele, Apps und Bücher. Zudem unterstützt die Behörde Projekte an Gedenk- und Erinnerungsorten in der gesamten Region. Die Reformen spiegeln einen fraktionsübergreifenden Konsens wider, die politische Bildung als neutrale und inklusive öffentliche Dienstleistung zu stärken.
Die neu strukturierte Landeszentrale wird mit größerer Autonomie unter parlamentarischer Aufsicht agieren. Die erweiterten Ressourcen und die unabhängige Führung sollen eine breitere bürgergesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Die endgültige Abstimmung über den Gesetzentwurf ist für die Plenarsitzung am Mittwoch in Düsseldorf vorgesehen.






