19 March 2026, 20:21

Moerser Tafel kämpft um Überleben: Mietvertrag endet – Tausende drohen ohne Lebensmittelhilfe

Eine Gruppe von Menschen, die in ländlicher Gegend Essen zubereiten, mit einem großen Topf, Eimern und Abdeckungen auf dem Boden, vor Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Moerser Tafel kämpft um Überleben: Mietvertrag endet – Tausende drohen ohne Lebensmittelhilfe

Die Moerser Tafel steht vor einer ungewissen Zukunft, da ihr Mietvertrag ausläuft. Die Stadt Moers unterstützt nun die Suche nach einem neuen Standort für die wichtige Einrichtung. Ohne eine dauerhafte Bleibe schwebt die Fähigkeit der Tafel, Tausende Menschen zu versorgen, in Gefahr.

Die Moerser Tafel fungiert als zentrales Verteilungslager für 14 weitere Tafeln in der Region Niederrhein. Eine Schließung würde die Lebensmittelversorgung für viele Bedürftige unterbrechen. Raffaele Corda, der seit 14 Jahren ehrenamtlich als Leiter tätig ist, droht mit Rücktritt, falls keine Lösung gefunden wird.

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Das Problem beschränkt sich nicht auf Moers. Auch die Tafeln in Düsseldorf und Bonn geraten zunehmend unter Druck. In ganz Nordrhein-Westfalen versorgen diese Einrichtungen mittlerweile zwischen 200.000 und 250.000 Menschen. Die Nachfrage ist in den vergangenen fünf Jahren um 20 bis 30 Prozent gestiegen – angetrieben durch steigende Inflation und Lebenshaltungskosten.

Der Sozialwissenschaftler Professor Fabian Kessl kritisiert, dass Tafeln nur eine Notlösung darstellen. Er argumentiert, dass ohne einen gesetzlich garantierten Anspruch auf Unterstützung gefährdete Menschen weiterhin Risiken ausgesetzt seien. Aktuell muss eine alleinstehende Person in der Region mit nur 563 Euro im Monat auskommen – dem sogenannten Bürgergeld.

Mittlerweile unterstützen die Tafeln in Nordrhein-Westfalen bis zu 400.000 Menschen. Die wachsenden Zahlen verdeutlichen den zunehmenden Druck auf diese Einrichtungen, da immer mehr Haushalte sich Grundnahrungsmittel kaum noch leisten können.

Die Suche nach einem neuen Standort in Moers geht mit Unterstützung der Stadt weiter. Sollte keine Lösung gefunden werden, könnte die Schließung Tausende ohne Zugang zu lebenswichtigen Lebensmitteln zurücklassen. Die Situation spiegelt die größeren Herausforderungen wider, vor denen Tafeln in der gesamten Region stehen, während die Nachfrage weiter ansteigt.

Quelle