Henkel kämpft mit steigenden Kosten und ungleicher Nachfrage weltweit
Doris DowergHenkel kämpft mit steigenden Kosten und ungleicher Nachfrage weltweit
Der Konsumgüterkonzern Henkel, bekannt für Marken wie Persil und Schwarzkopf, sieht sich in seinen Geschäftsbereichen mit steigenden Kosten konfrontiert. Vorstandsvorsitzender Carsten Knobel warnte, dass weitere Verzögerungen bei Preisanpassungen die finanzielle Stabilität des Unternehmens gefährden könnten. Das Unternehmen, das weltweit rund 47.000 Mitarbeiter beschäftigt, kämpft mit höheren Ausgaben, die von Zulieferern und Logistikfirmen weitergegeben werden.
Die finanzielle Belastung fällt in eine Phase uneinheitlicher globaler Nachfrage nach den Produkten des Konzerns. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz insgesamt moderat um 2 bis 4 Prozent, angetrieben vor allem durch kräftiges Wachstum in den Schwellenländern. Im asiatisch-pazifischen Raum legte der Absatz um 7 Prozent zu, in Lateinamerika um 5 Prozent. Nordamerika und Europa verzeichneten jedoch leichte Rückgänge von 1 bis 2 Prozent, bedingt durch Inflation und verstärkten Wettbewerb.
Henkels Schwierigkeiten sind vor allem indirekte Folgen der anhaltenden Krise. Steigende Ölpreise haben die Kosten für Rohstoffe, Lieferketten und Logistik in die Höhe getrieben. Dennoch bleiben Marken wie Persil und Schwarzkopf bei den Kunden beliebt – viele greifen trotz Preiserhöhungen weiterhin zu den Produkten.
Das Unternehmen setzt nun darauf, die Produktvorteile stärker zu kommunizieren, um weitere Preisanhebungen zu rechtfertigen. Knobel zeigt sich optimistisch, dass sich der Konflikt, der die Krise befeuert, nicht das ganze Jahr über hinziehen wird. 2021 erzielte Henkel einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Euro, wobei der Anteil der Beschäftigten in Deutschland mittlerweile unter 20 Prozent der globalen Belegschaft liegt.
Henkels Strategie zielt darauf ab, den Kostendruck mit der Kundenbindung in Einklang zu bringen. Der Konzern will die Nachfrage durch die Betonung der Produktqualität aufrechterhalten. Kurzfristig wird die finanzielle Entwicklung davon abhängen, wie schnell das Unternehmen auf die steigenden Ausgaben reagieren kann, ohne die Kundentreue zu verlieren.






