30 April 2026, 12:28

Deutsche Firmen scheitern an digitaler Souveränität – trotz hoher Risiken

Diagramm eines Cloud-Computing-Systems mit vernetzten Geräten (Laptop, Mobiltelefon, Tablet), gesichert durch Schlösser, das sicheren Zugriff auf Anwendungen und Daten von jedem vernetzten Gerät aus darstellt.

Deutsche Firmen scheitern an digitaler Souveränität – trotz hoher Risiken

Eine neue Studie zeigt, dass deutsche Unternehmen in zentralen Bereichen wie Cloud-Computing, Software und künstlicher Intelligenz stark von ausländischer Technologie abhängig sind. Obwohl die Sorge um digitale Souveränität wächst, setzen über 60 Prozent der Firmen auf Lösungen aus dem Ausland. Dies sind Erkenntnisse des Digitalen Souveränitätsindex (DSI), der von Adesso und dem Handelsblatt Research Institute erstellt wurde.

Laut dem Bericht halten zwar 92 Prozent der Befragten digitale Souveränität für wichtig, doch nur 21 Prozent verfügen über eine klare Strategie. Noch weniger – lediglich 25 Prozent – haben das Thema auf Vorstandsebene verankert, und nur 13 Prozent integrieren es in ihre Unternehmensplanung. Mark Lohweber, Vorstandsvorsitzender von Adesso, warnte, dass der Großteil der deutschen Wirtschaft die langfristigen Risiken dieser Lücke unterschätze.

Aktuell erreichen die Unternehmen im Durchschnitt 65,8 Prozent bei der Reife digitaler Souveränität – und liegen damit deutlich unter dem von ihnen als ideal angesehenen Wert von 77,8 Prozent. Kleinere Betriebe (mit weniger als 2.500 Mitarbeitenden) schneiden mit 68,9 Prozent etwas besser ab als Großunternehmen (64,2 Prozent). Auch die Privatwirtschaft liegt mit 67 Prozent vor der öffentlichen Verwaltung, die auf 64 Prozent kommt.

Trotz der Herausforderungen wären 80 Prozent der Unternehmen bereit, für souveräne Lösungen einen Aufpreis zu zahlen – im Schnitt 17 Prozent mehr. Dies deutet auf eine hohe Nachfrage nach größerer Kontrolle über die digitale Infrastruktur hin, selbst zu höheren Kosten.

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Die Studie macht eine deutliche Kluft zwischen Bewusstsein und Handlung deutlich: Fast alle Befragten erkennen zwar die Bedeutung digitaler Souveränität an, doch nur wenige ergreifen konkrete Maßnahmen. Da die meisten Unternehmen weiterhin auf ausländische Technologie setzen, könnte der Weg zu mehr Unabhängigkeit stärkeres strategisches Handeln und gezielte Investitionen erfordern.

Quelle