18 April 2026, 06:22

Abseits-Debakel im DFB-Pokal: Warum der VAR früher kommen muss – und was dagegen spricht

Schiedsrichter spricht mit zwei Fußballspielern auf einem Rasenfeld, ein Spieler hält einen Ball.

Abseits-Debakel im DFB-Pokal: Warum der VAR früher kommen muss – und was dagegen spricht

Ein umstrittenes Abseitsurteil im DFB-Pokal hat die Forderungen nach einem früheren Einsatz des Videobeweises (VAR) im Wettbewerb neu entfacht. Beim Duell zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München übersahen Schiedsrichter Tobias Welz und sein Team ein klares Abseits vor Leroy Sanés Ausgleichstreffer. Der Vorfall hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob Videoüberprüfungen bereits vor dem aktuellen Achtelfinale eingeführt werden sollten.

Der Fehler ereignete sich im Zweitrundenspiel, als Sané trotz Abseitsposition traf. Bayern-Chef Max Eberl setzt sich seitdem dafür ein, den VAR bereits in der zweiten Runde einzuführen. Auch der ehemalige Schiedsrichter Jochen Drees, heute Innovationsleiter bei der DFB Schiri GmbH, unterstützt den Vorschlag und hält ihn für technisch umsetzbar.

Doch es gibt finanzielle Hürden. Vereine außerhalb der ersten beiden Ligen verfügen nicht über die nötige VAR-Infrastruktur, und die Finanzierung ist noch ungeklärt. Bundesliga und 2. Bundesliga geben jährlich rund 11 Millionen Euro für die VAR-Technologie aus – zusätzlich kommen fast eine Million Euro für Personal hinzu, was pro Spiel etwa 20.000 Euro kostet. Unterklassige Teams, die deutlich weniger Fernseheinnahmen erzielen, können solche Ausgaben kaum stemmen.

Auch in der Bundesliga mehrt sich die Kritik am Videobeweis. Eintracht Frankfurts Trainer Dino Toppmöller übt scharfe Kritik am System, nachdem seinem Team in der Partie gegen Heidenheim (1:1) ein Tor aberkannt worden war. Die Diskussion dreht sich nun darum, wie sich Fairness mit den praktischen Herausforderungen der Umsetzung in Einklang bringen lässt.

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Das übersehene Abseits in Köln hat den Druck erhöht, den VAR in früheren DFB-Pokal-Runden einzuführen. Ohne eine klare Finanzierungslösung steht die Änderung jedoch vor Hindernissen. Vereine und Verantwortliche müssen nun abwägen, inwieweit die Vorteile einer präziseren Schiedsrichterentscheidung die finanzielle Belastung für kleinere Klubs rechtfertigen.

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