12 February 2026, 02:56

Zwei Brüder kämpfen gegen drohende Abschiebung trotz juristischem Kampf um toten Bruder

Eine Gruppe von Menschen, einige mit Mützen und Masken, sitzt auf dem Boden mit zwei Polizeibeamten in der Nähe, vor einer Wand mit Schrift, die auf eine städtische Umgebung hinweist.

Zwei Brüder kämpfen gegen drohende Abschiebung trotz juristischem Kampf um toten Bruder

Zwei Brüder, denen die Abschiebung aus Deutschland droht, kämpfen um ihr Bleiberecht, während die juristische Aufarbeitung des Todes ihres Bruders noch läuft. Sidy und Lassana Dramé leben seit Jahren in Dortmund, haben sich dort eine Existenz aufgebaut und sind in der Gemeinschaft verwurzelt – doch ihre Aufenthaltserlaubnis lief im Januar 2026 aus. Die Ausländerbehörde verweigert eine Verlängerung mit der Begründung, sie könnten das Berufungsverfahren auch aus dem Senegal verfolgen.

Der Kampf der Brüder begann nach dem Tod von Mouhamed Lamine Dramé, der 2022 während einer psychischen Krise bei einem Polizeieinsatz getötet wurde. Seitdem kämpfen Sidy und Lassana gegen den Freispruch der beteiligten Beamten, da sie den Einsatz als fehlerhaft ansehen. Doch obwohl das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, besteht die Dortmunder Ausländerbehörde darauf, dass ihre Anwesenheit in Deutschland für den Prozess nicht erforderlich sei.

Die beiden haben sich in Dortmund ein Leben aufgebaut: Sie besuchten Sprachkurse, engagierten sich ehrenamtlich und erhielten Arbeitsangebote. Unterstützer – darunter ein offener Brief und eine Online-Petition – argumentieren, dass ihre Integration und ihre Rolle im Rechtsstreit ein dauerhaftes Bleiberecht rechtfertigen. Dennoch hält die Behörde daran fest, dass eine Teilnahme am Berufungsverfahren aus der Ferne ausreiche.

Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen zugunsten der Brüder entschieden und eine erste Ablehnung der Aufenthaltsverlängerung aufgehoben. Doch die Ausländerbehörde bestätigte ihre Entscheidung erneut, sodass Sidy und Lassana weiterhin von der Abschiebung bedroht sind. Bis Februar 2026 hat keine deutsche Stadt öffentlich darüber diskutiert, Mouhamed Lamine Dramé mit der Umbenennung einer Straße oder eines Platzes zu ehren.

Nun warten die Brüder auf die endgültige Entscheidung über ihren Aufenthaltsstatus, während sie gleichzeitig ihren juristischen Kampf fortsetzen. Eine Abschiebung würde sie von ihrem aufgebauten Leben in Deutschland trennen – von ihren Jobs, ihren sozialen Bindungen und dem Land, das sie seit Jahren als ihre Heimat betrachten. Die Entscheidung wird darüber bestimmen, ob sie bleiben dürfen.