17 March 2026, 10:19

Zuckerrübenanbau in Deutschland bricht um bis zu 15 Prozent ein – was Landwirte jetzt tun

Ein Nahaufnahme einer Blattschneiderbiene auf dem Boden zwischen trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrübenanbau in Deutschland bricht um bis zu 15 Prozent ein – was Landwirte jetzt tun

Zuckerrübenanbau in Deutschland um 10–15 Prozent geschrumpft

In den vergangenen drei Jahren ist der Zuckerrübenanbau in Deutschland um 10 bis 15 Prozent zurückgegangen. Die Anbaufläche verringerte sich von etwa 42.000 Hektar im Jahr 2023 auf rund 36.000 Hektar 2026. Die Landwirte sehen sich mit einer Kombination aus niedrigeren EU-Quoten, steigenden Kosten und verschärften Klimabedingungen konfrontiert.

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Die größten Herausforderungen stellen sinkende Preise, zollfreie Importe und hartnäckige Schädlinge dar. Viele Erzeuger haben ihre Rübenfelder um bis zu 30 Prozent reduziert, wobei besonders Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg die stärksten Rückgänge verzeichnen.

Um rentabel zu bleiben, setzen Landwirte auf neue Pflanzenschutzmittel. 2025 testete Betriebsleiter Marius Feldmann von der Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter das Herbizid Rinpode, das den Wirkstoff Florpyrauxifen-benzyl enthält. Das Mittel erwies sich als wirksam gegen resistenten Hühnerhirse, ein langjähriges Problem, während es die Rüben selbst kaum schädigte. Feldmann hob die einfache Handhabung und die geringe Aufwandmenge hervor – nur 2 Gramm pro Hektar.

Erste Ergebnisse waren vielversprechend: Rinpode steigerte die Rübenerträge um 3 bis 7 Prozent und verbesserte den Zuckergehalt. Gleichzeitig führte Südzucker 2025 in bestimmten Regionen den Biostimulator Kinsidro Grow als verpflichtende Ergänzung ein. Das Produkt wurde Teil des SBR/Stolbur-Programms, das Blattkrankheiten und das durch die Zikade Hyalesthes obsoleta verursachte Niedrigzucker-Syndrom bekämpft.

Notfallzulassungen für Pestizide halfen zwar, Ausbrüche einzudämmen, doch bevorzugen Landwirte langfristige Lösungen. Steigende Produktionskosten und die Konkurrenz durch Mercosur-Zuckerimporte verschärfen den Druck. Ohne stabile Marktbedingungen könnte der Rückgang des Rübenanbaus anhalten.

Der Schwund der Zuckerrübenflächen spiegelt die größeren Herausforderungen der deutschen Landwirtschaft wider. Neue Herbizide, Fungizide und Biostimulanzien bringen zwar Entlastung, doch kämpfen die Landwirte weiterhin mit Schädlingen, Krankheiten und wirtschaftlichen Belastungen. Ob diese Innovationen den Trend umkehren können, bleibt ungewiss, während sich die Branche an strengere Vorschriften und globale Konkurrenz anpasst.

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