07 February 2026, 00:45

Wuppertals marodes Polizeipräsidium: Sanierungskosten halbiert und Miete stark gesenkt

Ein Gebäude mit Graffiti, das "Polizei Mord George Fuck 12 P19" auf der Seite trägt, mit Fenstern und diversen Gegenständen vorne drauf.

Wuppertals marodes Polizeipräsidium: Sanierungskosten halbiert und Miete stark gesenkt

Jahre langer Streit um das marode Wuppertaler Polizeipräsidium vorläufig beigelegt

Der seit Langem schwelende Konflikt um das verfallene Polizeihauptquartier in Wuppertal hat eine vorläufige Lösung gefunden. Nach jahrelangen Verzögerungen und eskalierenden Spannungen haben sich das Bau- und Liegenschaftsmanagement Nordrhein-Westfalen (BLB) und das Innenministerium auf eine Halbierung der Sanierungskosten geeinigt. Zudem wurde eine deutliche Mietreduzierung für das problembehaftete Gebäude vereinbart.

Das Polizeigebäude an der Müngstener Straße leidet seit Jahren unter massiver Vernachlässigung. Beamte mussten mit Legionärskrankheits-Ausbrüchen, Asbestbelastung, defekten Duschen und wiederkehrenden Überschwemmungen kämpfen – darunter geplatze Rohre und sogenannte "Fäkalien-Regenfälle". Der desolate Zustand machte dringende Sanierungsmaßnahmen unumgänglich.

Ursprünglich waren die Kosten für die Instandsetzung auf bis zu 650 Millionen Euro über 25 Jahre veranschlagt worden, finanziert durch stark erhöhte Mietzahlungen. Das BLB hatte vorgeschlagen, die jährliche Miete von vier auf rund 30 Millionen Euro nach der Sanierung anzuheben. Dieser Plan führte zu einem erbitterten Streit, bei dem Innenminister Herbert Reul intern für seine Zustimmung zu den höheren Zahlungen kritisiert wurde. Gegen ihn wurde sogar Strafanzeige gestellt, doch die Staatsanwaltschaft Düsseldorf sah später keinen Anfangsverdacht für ein Fehlverhalten.

Nach zähen Verhandlungen einigte man sich schließlich auf einen Kompromiss: Das Sanierungsbudget wurde auf etwa 325 Millionen Euro gekürzt – entsprechend einer früheren Zielvorgabe des Ministeriums in einem Entwurf. Zudem wurden die Mietzahlungen um 36 Prozent gesenkt, rückwirkend zum 1. Januar. Die ausgehandelte Lösung wartet nun auf die vertragliche Unterzeichnung und die detaillierte Planung.

Die Einigung entlastet das Innenministerium kurzfristig finanziell und ermöglicht die dringendsten Reparaturen. Die Sanierungsarbeiten können nun beginnen, auch wenn weitere Gespräche über die langfristige Finanzierung nötig sein könnten. Die deutliche Kostenreduzierung und die Mietanpassungen stellen eine deutliche Abkehr von den ursprünglichen Plänen dar.