06 February 2026, 10:52

Wiesbaden feiert seine stillen Helden des Karnevals mit Orden und Applaus

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Menge, die sich um einen Rummelplatz mit Zelten, Fahnen, Stangen und Pferden im Vordergrund und Gebäuden, Bäumen und Wasser im Hintergrund versammelt hat, mit Text am unteren Bildrand.

Wiesbaden feiert seine stillen Helden des Karnevals mit Orden und Applaus

Wiesbaden ehrt seine Karnevals-Ehrenamtlichen bei festlichem Bankett

In der bis auf den letzten Platz gefüllten Festhalle Wiesbadens wurde mit einem schwungvollen Bankett den Freiwilligen des Karnevals gedankt. Rund 160 Gäste kamen zusammen, um 48 engagierte Persönlichkeiten zu würdigen, die die Traditionen der Stadt lebendig halten. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende eröffnete die Veranstaltung und betonte die verbindende Kraft des Karnevals – besonders in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen.

Den Auftakt des Abends bildete Mendes Rede, in der er den Karneval als weit mehr als nur ein Fest beschrieb: eine Tradition, die Autoritäten hinterfragt, aktuelle Themen aufgreift und gleichzeitig Menschen zusammenbringt. Im Mittelpunkt standen jedoch die vielen Helferinnen und Helfer, die oft im Hintergrund und weitgehend unbemerkt unermüdlich im Einsatz sind.

Auch das Kinderprinzenpaar, Viktoria I. und Noah I., trat mit einer einstudierten, gereimten Ansprache auf die Bühne. Sie dankten Sponsoren, Vereinen und der Stadt für ihre Unterstützung und verleihen der Feier mit jugendlichem Charme eine besondere Note.

Zu den Geehrten zählte Sabrina Neeb, deren stilles, aber unverzichtbares Wirken – vom Aufbau der Veranstaltungen über den Abbau der Dekorationen bis hin zur Kinderbetreuung – gewürdigt wurde. Samantha Neeb, die einst in der Kindergruppe begann, wurde für ihren Werdegang zur Führungskraft gefeiert: Heute schult sie neue Mitglieder und koordiniert Einsätze. Natascha Niebling erhielt Anerkennung für ihr vielseitiges Engagement – vom Tanztraining über die Eventorganisation bis hin zur reibungslosen Abwicklung aller Abläufe.

Ein Ehrenspalier, gebildet von jungen Frauen verschiedener Karnevalsvereine, symbolisierte die Vielfalt und den Zusammenhalt in Wiesbadens Karnevalsszene. Die 48 Träger des Narrischen Stadtordens wurden für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet – oft beginnen sie Monate vor dem ersten Umzug mit den Vorbereitungen und sind noch lange aktiv, wenn das letzte "Helau" verklungen ist.

Die Veranstaltung rückte die oft unsichtbare Arbeit von Familien, Partnern und Freiwilligen in den Fokus, die den Karneval Jahr für Jahr am Leben erhalten. Zwar werden Karnevalsvereine in Suchergebnissen häufig mit Mainz oder dem Mittelrheingebiet verknüpft – doch Wiesbadens eigene Gemeinschaft bewies an diesem Abend ihre Stärke. Dass die Traditionen der Stadt so lebendig sind, verdanken sie all jenen, die Zeit, Energie und Leidenschaft einbringen.