30 May 2026, 18:17

Wie LinkedIn zum politischen Machtinstrument der Bundestagsabgeordneten wurde

Warum Unternehmen LinkedIn nutzen sollten, um Politiker zu erreichen

Wie LinkedIn zum politischen Machtinstrument der Bundestagsabgeordneten wurde

Mehr als die Hälfte der Bundestagsabgeordneten in Deutschland unterhält mittlerweile ein LinkedIn-Profil. Eine neue Analyse zeigt, dass 331 der 630 Parlamentarierinnen und Parlamentarier dort vertreten sind – 209 von ihnen posten aktiv, mindestens dreimal in den letzten drei Monaten. Die Plattform hat sich zu einem zentralen Instrument entwickelt, um offizielle Stellungnahmen zu verbreiten und mit Interessengruppen außerhalb klassischer Medienkanäle in Dialog zu treten.

Abgeordnete der Unionsfraktion – bestehend aus CDU und CSU – sind auf LinkedIn besonders aktiv. Ihre Mitglieder posten häufiger als Vertreter anderer Parteien und nutzen die Plattform oft, um vorbereitete Positionspapiere, Projektupdates und Medienzitate zu streuen. Allein in den vergangenen vier Wochen hat Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und CDU/CSU-Mitglied, über 30 Mal Inhalte geteilt.

Doch nicht nur die Abgeordneten selbst sind präsent: Mehr als ein Drittel aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundestagsbüros unterhält ebenfalls LinkedIn-Profile. Diese Accounts fungieren als erweiterte Arbeitsplattform und bieten einen direkten Kanal für politische Ankündigungen und öffentliche Statements. Hirte etwa teilt regelmäßig Beiträge von Wirtschaftsverbänden, Unternehmen und wirtschaftlichen Akteuren – und stärkt so die Vernetzung zwischen Politik und Wirtschaft.

Während die regierenden Parteien CDU/CSU und SPD weiterhin sehr aktiv sind, ist die Gesamtzahl der engagierten Bundestagsabgeordneten auf LinkedIn im Vergleich zur vorherigen Legislaturperiode leicht zurückgegangen. Dennoch nutzen mehr als die Hälfte der Fraktionsmitglieder mit Profil die Plattform regelmäßig weiter.

LinkedIn hat sich als ergänzendes Werkzeug für deutsche Politiker etabliert – als Brücke zwischen formaler Kommunikation und öffentlicher Einbindung. Mit 209 aktiven Profilen unter 630 Abgeordneten bietet die Plattform Raum für politische Debatten, den Austausch mit Interessengruppen und Medienarbeit. Dass sowohl Abgeordnete als auch ihre Mitarbeiter sie nutzen, deutet auf einen nachhaltigen Wandel hin, wie parlamentarische Arbeit geteilt und zugänglich gemacht wird.

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