31 January 2026, 08:45

Wie ein betrunkener Schiedsrichter Bremens Kultgetränk erfand

Ein Mann in Schiedsrichterkleidung steht auf einem Fußballfeld, umgeben von einem Zaun und Bäumen, trägt Fußballschuhe.

Wie ein betrunkener Schiedsrichter Bremens Kultgetränk erfand

Eine skurrile Fußball-Tradition in Bremen wird diese Woche 50 Jahre alt

Der "Ahlenfelder" – ein Bier, das mit einem Kurzen Malteser-Likör serviert wird – verdankt seinen Namen einem Schiedsrichter, dessen Auftritte legendär wurden. Im Jahr 1975 sorgte Wolf-Dieter Ahlenfelder mit einem chaotischen Auftritt im Weser-Stadion für Lacher bei den Fans und Schlagzeilen in den Medien, die ihn als "den lustigsten Schiri der Liga" bezeichneten.

Das spektakuläre Ereignis spielte sich während eines Spiels zwischen Werder Bremen und Hannover 96 ab. Ahlenfelder betrat sichtbar unsicher das Feld und gab später zu, vorher ein Bier und einen Malteser-Likör getrunken zu haben. Sein Verhalten auf dem Platz steigerte das Schauspiel noch: Er verzog das Gesicht, streckte Spielern die Zunge raus und knurrte sogar Trainer an.

Dann, in der 32. Minute, pfiff er irrtümlich zur Halbzeit – und schob die Schuld auf eine defekte Uhr. Vereinsverantwortliche, die bemerkten, dass er angetrunken war, brachten ihn eilig vom Platz. Sie duschten ihn ab und rieben ihn mit VapoRub ein, in der Hoffnung, ihn zu nüchternen. Werder Bremens damaliger Präsident Franz Böhmert fand die ganze Angelegenheit eher komisch als skandalös.

Die Geschichte verbreitete sich rasant, und Medien wie Bild und Kicker machten Ahlenfelder zum lokalen Star. Eine Kneipe in der Nähe des Weser-Stadions, ursprünglich "Zum Ahlenfelder" nach der Schiedsrichter-Familie benannt, übernahm später den Namen zu seinen Ehren. Das Getränk – ein Bier mit einem Malteser-Likör als Kurzen – wurde zum Kultgetränk der Fans und festigte so seinen Platz in der Bremer Fußballkultur.

Die Kneipe selbst hat Wurzeln in der Familie Ahlenfelder: Sie wurde einst von Heinrich Ahlenfelder geführt, bevor sie in ihrer heutigen Form entstand. Heute hält das Bestellen eines "Ahlenfelders" die Erinnerung an jenes chaotische Spiel wach – ein halbes Jahrhundert später.

Die Tradition des "Ahlenfelder"-Getränks bleibt in Bremen beliebt und feiert in dieser Woche ihr goldenes Jubiläum. Das denkwürdige Spiel des Schiedsrichters lebt nicht nur in Erzählungen weiter, sondern auch im Namen einer lokalen Kneipe und des Getränks, das sein Erbe trägt. Für die Fans ist es eine heitere Erinnerung daran, dass der Fußball auch unberechenbare Momente bereithält.