12 February 2026, 04:44

Wasserstoffpläne in Deutschland scheitern an Bürokratie und hohen Kosten

Eine Säulendiagrammdarstellung der Stromerzeugung der Bundesländer nach Brennstoffart im Jahr 2022 mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Wasserstoffpläne in Deutschland scheitern an Bürokratie und hohen Kosten

Deutschlands Wasserstoff-Zukunft stockt: Rückschläge bei Planung und Regulierung

Deutschlands Vorstoß in eine wasserstoffbasierte Zukunft erleidet schwere Rückschläge. Ein neuer Branchenbericht zeigt, dass die geplante Elektrolysekapazität drastisch gesunken ist, während bürokratische Hürden und wirtschaftliche Herausforderungen den Fortschritt ausbremsen. Gleichzeitig steigt der Gasverbrauch, und die Sorge um die Netzstabilität wächst, da Kohlekraftwerke vom Netz gehen.

Der "Gasbilanz 2025"-Bericht, der auf der Energiefachmesse E-world energy & water in Essen vorgestellt wurde, verdeutlicht die Verlangsamung bei der Wasserstoffentwicklung. Zwischen August 2024 und Dezember 2025 sank die geplante Elektrolysekapazität in Bundesländern Deutschlands um 3 Gigawatt (GW). Fast 3 GW an Projekten wurden gestrichen oder verschoben – nur 30 Prozent der für 2025 und 25 Prozent der für 2026 vorgesehenen Vorhaben kommen voran. Hohe Stromkosten, unklare Regularien und fehlende langfristige Abnahmeverträge waren die Hauptgründe für die Absagen.

Bis 2030 gelten nun nur noch 7,2 GW an Elektrolysekapazität als gesichert – ein Rückgang gegenüber den über 11 GW, die 2024 noch angekündigt worden waren. Trotz dieser Entwicklung wurden 2025 immerhin 525 Kilometer Wasserstoff-Pipelines fertiggestellt, die das Rückgrat des deutschen Wasserstoffnetzes bilden.

Biomethan gewinnt an Bedeutung – doch Regulierung bremst aus Als erneuerbare Alternative gewinnt Biomethan an Fahrt: 2025 wurden 11,5 Terrawattstunden (TWh) in das Gasnetz eingespeist, vor allem für die Wärmeversorgung, aber auch für Industrie, Stromerzeugung und Verkehr. Doch die EU-Gas- und Wasserstoffmarktregeln bleiben vage – insbesondere bei Netzzugang, Massenbilanzierung und Zertifizierung. Diese Unsicherheiten hemmen das Wachstum von Biomethan.

Klimabilanz des Stromsektors bleibt schlecht – Gasverbrauch steigt Die deutsche Stromerzeugung bleibt kohlenstoffintensiv: Im Schnitt werden 344 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde (kWh) ausgestoßen. Gaskraftwerke, die bei Windflauten und geringer Sonneneinstrahlung einspringen, liegen sogar bei rund 392 g CO₂/kWh. 2025 stieg der Gasbedarf um 3 Prozent auf 835 TWh. Mit der Abschaltung von Kohlekraftwerken fallen über 30 GW an gesicherter Leistung weg – die Gefahr von Versorgungsengpässen und Netzinstabilität wächst.

Der Bericht unterstreicht die Schwierigkeiten Deutschlands, die Wasserstoffwirtschaft hochzufahren und gleichzeitig die Energieversorgung zu sichern. Verzögerungen bei Projekten, regulatorische Unsicherheiten und der steigende Gasverbrauch erschweren die Energiewende. Ohne klarere politische Vorgaben und stärkere Investitionsanreize werden die Klimaschutz- und Energieziele nur schwer zu erreichen sein.