04 February 2026, 02:32

Warum Deutschlands Spitzenküchen noch immer Männerdomänen bleiben

Eine Frau in Kochuniform, weißem Kleid, Handschuhen und schwarzer Mütze, hält einen Löffel und steht vor einer Stahlschüssel mit Essen, mit einer anderen Frau in blauem Kleid links von ihr und verschiedenen Küchenutensilien und Menschen im Hintergrund.

Warum Deutschlands Spitzenküchen noch immer Männerdomänen bleiben

Frauen bleiben in Deutschlands Spitzenküchen unterrepräsentiert – trotz Fortschritten

Trotz einiger Erfolge sind Frauen in den besten Küchen Deutschlands noch immer in der Minderheit. 2025 führten nur 14 Köchinnen einen Michelin-Stern – im Vergleich zu 337 Männern. Doch Initiativen wie die Plattform Chef:in setzen sich für mehr Sichtbarkeit und Vernetzung von Frauen in der Branche ein.

Die Zahlen zeigen eine langsame, aber spürbare Veränderung: 2023 erhielten in Deutschland elf Köchinnen einen Michelin-Stern – sieben mit einem Stern, vier mit zwei. Das entspricht einem Anstieg von 37,5 Prozent gegenüber 2019, als nur acht Frauen diese Auszeichnung trugen. Dennoch bleiben Führungspositionen eine Herausforderung: Frauen besetzen lediglich 33 Prozent der Spitzenpositionen in der Gastronomie.

Auch in Hamburg ist das Ungleichgewicht deutlich: 2023 begannen weniger Frauen als Männer eine kulinarische Ausbildung, obwohl 2024 bundesweit erstmals mehr ausgebildete Köchinnen als Köche verzeichnet wurden. Viele führende Köchinnen fordern nun familienfreundlichere Arbeitsstrukturen, um die Bindung von Fachkräften zu verbessern.

Einzelne Köchinnen brechen auf ihre Weise Barrieren. Zora Klipp, Küchenchefin im Café Weidenkantine und im Restaurant Blattgold, setzt auf pflanzenbasierte Küche und hinterfragt traditionelle Hierarchien in der Gastronomie. Clara Hunger, eine Hamburger Köchin, eröffnete kürzlich Nullkommaeins, eine Pop-up-Bar in St. Pauli.

Die Plattform Chef:in, gegründet von der Food-Journalistin Denise Wachter, hat sich zu einer wichtigen Anlaufstelle entwickelt. Sie vernetzt Spitzenköchinnen mit Karrieremöglichkeiten – etwa durch TV-Auftritte – und bietet ein eigenes Verzeichnis. Immer mehr Produktionsfirmen nutzen die Plattform, um neues Talent zu entdecken.

Die wachsende Zahl an Michelin-gekrönten Köchinnen und Initiativen wie Chef:in deuten auf einen allmählichen Wandel hin. Immer mehr Frauen erhalten Anerkennung, und die Branche passt sich langsam an. Doch die Lücken in Führungsetagen und Auszeichnungen zeigen: Bis zur Gleichberechtigung in der Gastronomie ist es noch ein weiter Weg.