10 May 2026, 12:19

Warum Banaszaks feministische Männerpolitik an allen Fronten scheitert

Plakat mit dem Text "Geschlechterneutrale Toiletten" betont die Inklusivität in den Toiletteneinrichtungen.

Warum Banaszaks feministische Männerpolitik an allen Fronten scheitert

Vor zwanzig Jahren trug Fußballer Tim Wiese ohne größeren Widerstand Pink auf dem Platz. Heute entbrennen die Debatten über Männlichkeit und Politik erneut. Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, versucht, junge Männer mit feministischen Ideen zu erreichen – doch er stößt von allen Seiten auf Skepsis.

Im Februar gab Banaszak ein Interview für den Playboy und unternahm damit seinen ersten öffentlichen Versuch, junge Männer mit einer feministischen Botschaft anzusprechen. Er argumentierte, dass starre Geschlechterrollen nicht nur Frauen, sondern auch Männer schädigten und dass Männer Feminismus als Bereicherung begreifen sollten. Doch sein Ansatz sorgt für Kritik – selbst in den eigenen Reihen.

Der Bundesfrauenrat der Grünen reagierte im April verärgert, als Banaszak sie zu einem Gespräch über seine „Männerpolitik“ einlud. Die Frauen fragten sich, ob sein Engagement ernst gemeint sei oder nur ein politisches Kalkül darstelle. Sven Lehmann, Mitautor des 2010 erschienenen Manifests Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich, forderte, die Grünen sollten in ihrer Ansprache mehr Verständnis für Männer zeigen.

Unterdessen gewinnt die rechtsextreme AfD bei jungen männlichen Wählern an Boden. Bei der letzten Bundestagswahl stimmte die überwiegende Mehrheit der unter 24-jährigen Männer für die Partei, während Frauen desselben Alters eher linksliberale Optionen bevorzugten. Der AfD-Politiker Maximilian Krah versprach in einem Video unsicheren jungen Männern kürzlich, sich „der Rechten“ anzuschließen werde ihnen helfen, Partnerinnen zu finden. Banaszak räumte ein, dass seine eigenen feministischen Bemühungen gegen solche einfachen Botschaften kaum ankommen dürften.

Auch Banaszaks persönliche Entscheidungen sorgen für Gesprächsstoff. Er strich sein Büro pink – eine Farbe, die er offen mag. Doch sein Versuch, Männlichkeit neu zu definieren, bleibt ein schwieriges Unterfangen, besonders angesichts des wachsenden Einflusses der AfD bei enttäuschten jungen Männern.

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Die Grünen werben für einen inklusiveren Ansatz in der Geschlechterpolitik, doch ihre Botschaft kommt bei jungen Männern noch nicht an. Banaszaks feministische Initiative bleibt ein Projekt mit ungewissem Ausgang, während die AfD weiterhin männliche Wähler mit einfachen, direkten Parolen ködert. Die Debatte über Männlichkeit, Politik und Identität ist alles andere als abgeschlossen.

Quelle