25 June 2026, 08:14

Verlage reformieren Pressevertrieb: Ein Großhändler für ganz Deutschland

Grosso-Streit: Regionalgericht gibt Verlegern Recht

Verlage reformieren Pressevertrieb: Ein Großhändler für ganz Deutschland

Große deutsche Verlage treiben ihre Pläne zur Neugestaltung der Presseverteilung voran. Das FFF-Bündnis, zu dem Axel Springer, die Bauer Media Group und die Frankfurter Allgemeine Zeitung gehören, strebt einen einzigen zentralen Großhändler für das gesamte Land an. Damit würde das aktuelle Netz aus 13 regionalen Großhändlern bis 2027 abgelöst werden.

Das FFF-Bündnis plant, die Presse-Grosso-Allianz (PGA) bis Ende 2026 als alleinigen Großhändler für Deutschland zu etablieren. Im neuen System würden nur noch vier Unternehmen den vollen Großhandelsstatus behalten, während andere zu reinen Logistikdienstleistern würden. Das Bundeskartellamt hat sich bisher zurückgehalten und nach Anpassungen der Pläne durch die Verlage von einem Eingriff abgesehen.

Der Widerstand gegen die Reform wächst indes. Der Bundesverband Presse-Grosso hat angekündigt, noch im Sommer 2023 rechtliche Schritte einzuleiten, um die Umstrukturierung zu stoppen. Auch PDG und Lütkemeyer wollen alle juristischen Mittel ausschöpfen, um den Abbau der bestehenden Vertriebsstrukturen zu verhindern. Gleichzeitig klagen die Großhändler Jost, Mietke, PGSW und Grossounion Nord gegen die Kündigung ihrer Verträge. Das Landgericht Dortmund wies kürzlich Eilanträge von PDG und Lütkemeyer gegen die Vertragsbeendigungen durch die Verlage ab.

Der Bundesverband Presse-Grosso verurteilte das Vorgehen der Verlage scharf. Die Kündigungen seien ein gezielter und abgestimmter Versuch, einen unabhängigen Wirtschaftsbereich zu zerstören.

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Nach den Plänen des FFF-Bündnisses würde die Presseverteilung ab 2027 zentral unter der PGA gebündelt. Rechtliche Auseinandersetzungen mit Großhändlern und Branchenverbänden laufen bereits. Die Ergebnisse dieser Verfahren werden entscheiden, ob die Reform wie geplant umgesetzt wird.

Quelle