05 January 2026, 18:56

Verdi wirft Malta Air vor, Betriebsratswahlen in Köln zu blockieren

Ein Versammlungsraum mit einer Gruppe von Menschen, die sitzen, zwei ausländische Flaggen, ein oranger Schreibtisch mit Wasserflaschen und einem Mikrofon.

Verdi wirft Malta Air vor, Betriebsratswahlen in Köln zu blockieren

Die Gewerkschaft Verdi wirft Malta Air vor, die Betriebsratswahlen am Standort Köln gezielt zu behindern. Ein aktuelles Gerichtsurteil befreit die Ryanair-Tochter vorläufig von der Pflicht, die für die Abstimmung benötigten Mitarbeiterlisten herauszugeben. Dieser Schritt ist Teil eines langwierigen Streits um die Arbeitnehmervertretung am Standort.

Seit zweieinhalb Jahren setzen sich die Beschäftigten in Köln für die Einrichtung eines Betriebsrats ein. Malta Air verweigerte jedoch die Herausgabe der erforderlichen Personaldaten, die für die Organisation der Wahl notwendig sind. Zudem drohte das Unternehmen Mitgliedern des Wahlvorstands mit rechtlichen Schritten wegen möglicher Schadensersatzforderungen.

Das Arbeitsgericht Köln hat Malta Air nun eine vorläufige Ausnahme für seine Kölner Aktivitäten gewährt. Verdi sieht darin ein Muster: Die Gewerkschaft wirft Ryanair und seinen Tochtergesellschaften vor, an mehreren Standorten systematisch die Bildung von Betriebsräten zu blockieren.

Die Gewerkschaft fordert eine Reform des deutschen Betriebsverfassungsgesetzes, um solche Hindernisse zu überwinden. Da die Hauptverhandlung für September angesetzt ist, hofft Verdi auf eine Überprüfung der Ausnahmeentscheidung und eine Durchsetzung der Arbeitsrechte.

Das Gerichtsurteil verzögert vorerst das Wahlverfahren in Köln. Verdi betont, dass Malta Air durch sein Vorgehen das Recht der Beschäftigten auf kollektive Interessenvertretung untergräbt. Die endgültige Entscheidung im September wird zeigen, ob das Unternehmen die geforderten Mitarbeiterdaten vorlegen muss.