22 April 2026, 04:23

Verbotene Kosmetik flutet EU-Markt trotz strenger Verbote und Kontrollen

Ein koreanischer Kosmetikladen mit verschiedenen Flaschen, Schachteln und Werbetafeln mit Text und Bildern.

Verbotene Kosmetik flutet EU-Markt trotz strenger Verbote und Kontrollen

Trotz strenger Vorschriften werden verbotene Kosmetikprodukte in der gesamten EU weiterhin verkauft. Untersuchungen zeigen, dass schädliche Substanzen – einige seit Jahren verboten – nach wie vor online und in Geschäften erhältlich sind. Das Problem wirft Fragen auf, kurz vor einer entscheidenden Abstimmung über die Verlängerung von Verkaufsfristen für eingeschränkte Chemikalien.

Im März 2023 wurde in Deutschland ein Schwarzkopf-Glitzer-Haargel mit dem Inhaltsstoff Lilial (BMHCA) erworben – obwohl die EU die Substanz bereits 2019 verboten hatte. Gleichzeitig fand sich in Italien Glyoxylsäure, eine giftige Chemikalie zur Haarglättung, die derzeit von der EU überprüft wird, in einem dort verkauften Produkt. Weitere gefährliche Stoffe wie PFAS ("Ewigkeitschemikalien") und Hydrochinon – ein wahrscheinlicher Krebserreger in Hautaufhellern – tauchten ebenfalls in gemeldeten Kosmetikartikeln auf.

In den letzten zehn Jahren wurden über 4.000 unsichere Kosmetikprodukte vom EU-Markt genommen. Doch das Problem besteht fort. 2025 überprüfte die Europäische Kommission 1,6 Millionen Websites und entdeckte dabei mehr als 20.000 illegale Produkte, viele davon auf Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress. Das Rechercheportal CORRECTIV kaufte sogar drei verbotene Artikel, darunter einen Nivea-Rasierschaum mit BMHCA von Amazon.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) testet jährlich rund 10.000 Kosmetikproben. Dennoch sind auch bekannte Marken wie Nivea (Beiersdorf), Schwarzkopf und Schauma (Henkel) in die Kritik geraten. Bei 800 neuen Kosmetikprodukten, die täglich auf den Markt kommen, und 600.000 bereits erhältlichen Artikeln bleibt die Kontrolle eine Herausforderung.

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Die "Chemicals-Omnibus"-Novelle des EU-Parlaments, über die am 15. April 2026 abgestimmt werden soll, könnte die Verkaufsfristen für verbotene Produkte verlängern. Kritiker warnen, dass dies das Problem unsicherer Kosmetik, die Verbraucher erreicht, noch verschärfen könnte.

Der anhaltende Verkauf verbotener Kosmetik zeigt Lücken in der Durchsetzung auf – trotz regelmäßiger Tests und Marktkontrollen. Mit der bevorstehenden Abstimmung über den "Chemicals Omnibus" wird sich entscheiden, ob strengere Kontrollen oder großzügigere Fristen die Zukunft der Kosmetiksicherheit in der EU prägen werden.

Quelle