03 February 2026, 23:13

Ver.di ruft zu massiven Warnstreiks in NRW – Kitas und Pflegeheime betroffen

Plakat mit fettgedrucktem schwarzen Text auf weißem Hintergrund: "Kindermusik ist eine nationale Geißel - Sollen wir die Industrie das Land fesseln lassen?", zeigt eine Gruppe verschiedener Menschen, die gemeinsam stehen.

Erste Warnstreiks in Awo-Kindergärten - Ver.di ruft zu massiven Warnstreiks in NRW – Kitas und Pflegeheime betroffen

Warnstreiks drohen diese Woche in Nordrhein-Westfalen die öffentlichen Dienstleistungen lahmzulegen. Die Gewerkschaft ver.di hat zu Arbeitsniederlegungen in Kitas, Pflegeheimen und Verwaltungsstellen aufgerufen – als Teil des anhaltenden Tarifkonflikts. Die Arbeitgeber haben die Forderungen bereits als unrealistisch zurückgewiesen und sie als "PR-Gag" abgetan.

Die ersten Streiks beginnen am Mittwoch, dem 4. Februar, und richten sich gegen die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in mehreren Städten. Kundgebungen sind in Essen, Aachen und Köln geplant, wobei sich auch Beschäftigte des öffentlichen Dienstes beteiligen. In Essen, dem Rhein-Erft-Kreis, Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis kommt es in Kitas zu Einschränkungen – einige Einrichtungen werden Gruppen zusammenlegen, Notbetreuung anbieten oder ganz schließen. Auch Pflegeeinrichtungen in Köln sind betroffen, allerdings bleibt die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner gewährleistet.

Am Donnerstag weiten sich die Streiks auf Ostwestfalen-Lippe aus. Dann sind Kitas, Pflegeheime, Beratungsstellen, Offene Ganztagsschulen sowie Verwaltungsstellen betroffen. In Herford ist eine Demonstration als Teil der Proteste vorgesehen.

Ver.di fordert eine monatliche Bruttoerhöhung von 500 Euro für alle Beschäftigten sowie 300 Euro extra für Auszubildende. Zudem verlangt die Gewerkschaft bessere Ausbildungsbedingungen und drei zusätzliche freie Tage pro Jahr für ihre Mitglieder. Die AWO Düsseldorf hat bisher keine konkreten Notfallpläne vorgelegt. Auf ihrer Website heißt es lediglich, dass es zu Einschränkungen kommen könne – nähere Details sollen folgen.

Die Arbeitgeber lehnen die Forderungen kategorisch ab. Die geforderten Erhöhungen seien "völlig überzogen" und angesichts der angespannten Haushalte sozialer Dienstleister nicht umsetzbar, argumentieren sie.

Die Streiks werden die Verhandlungen zwischen ver.di und den Arbeitgebern in den kommenden Tagen auf die Probe stellen. In mehreren Regionen müssen sich Eltern, Pflegebedürftige und Bürgerinnen und Bürger auf eingeschränkte Öffnungszeiten oder Schließungen in Kitas, Pflegeheimen und Behörden einstellen. In der Sache liegen beide Seiten bei Löhnen und Arbeitsbedingungen weiterhin weit auseinander.