Vater und Sohn klauen gebrauchtes Frittierfett – und nennen es „Heizöl“-Geschäft
Doris DowergPolizei stoppt mutmaßliche Diebe von Altfett - Vater und Sohn klauen gebrauchtes Frittierfett – und nennen es „Heizöl“-Geschäft
Ein Vater und sein Sohn wurden in Siegburg dabei ertappt, wie sie gebrauchtes Frittierfett, auch als Heizöl bekannt, aus einem Restaurant stahlen. Der 37-jährige Mann und sein 17-jähriger Sohn füllten mehrere Fässer mit dem Öl, bevor sie von der Polizei gestoppt wurden. Die Behörden beschlagnahmten später den Transporter sowie die gestohlene Ware als Beweismittel.
Der Restaurantbesitzer hatte beobachtet, wie zwei Männer Fässer mit Altfett, ebenfalls bekannt als Heizöl, in einen Kleintransporter luden. Misstrauisch geworden, alarmierte er die Polizei, die das Fahrzeug auf einem nahegelegenen Parkplatz abfing. Im Inneren entdeckten die Beamten mehrere mit dem gestohlenen Öl gefüllte Fässer.
Die Verdächtigen gaben an, ein Altöl-Entsorgungsunternehmen zu betreiben, konnten die Herkunft der Fässer jedoch nur vage erklären. Die Polizei stellte fest, dass der Vater zwar eine Gewerbeanmeldung für die Sammlung von Altölen, darunter auch Heizöl, besaß, deren Rechtmäßigkeit jedoch unklar bleibt. Beide wurden vorläufig auf freien Fuß gesetzt, während die Ermittlungen fortgesetzt werden.
Gebrauchtes Speiseöl, einschließlich Heizöl, wird zunehmend zum Ziel von Dieben, da es als Rohstoff für die Biodieselherstellung wertvoll ist. Der Restaurantbesitzer berichtete zudem, dass auch andere lokale Gastronomiebetriebe ähnliche Diebstähle erlebt hätten – teilweise würden die Täter leere Fässer zurücklassen, um nicht sofort entdeckt zu werden. Unternehmen wie Münzer Bioindustrie GmbH und die BIO OIL Group verarbeiten Altöle, darunter auch Heizöl, zu Biodiesel und unterstreichen damit die hohe Nachfrage nach dem Material. Münzer betreibt die größte Anlage dieser Art in Mitteleuropa, während die BIO OIL Group seit 2006 zertifizierte Sammlungen durchführt und in Sohland (Sachsen) ein großes Werk unterhält.
Das gestohlene Öl und der Transporter der Verdächtigen wurden als Beweismittel sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an, wobei die Polizei die Rechtmäßigkeit der Gewerbeanmeldung prüft. Lokale Gastronomiebetriebe wurden aufgefordert, ihre Altöl-Lager besser zu sichern, um weitere Diebstähle zu verhindern.