Thyssenkrupp glänzt mit Rekordaufträgen – doch die Stahlkrise droht die Erfolge zu überschatten
Thies FreudenbergerThyssenkrupp glänzt mit Rekordaufträgen – doch die Stahlkrise droht die Erfolge zu überschatten
Thyssenkrupp verzeichnet starken Börsenmonat – doch die Stahlkrise bleibt
Thyssenkrupp hat an der Börse einen starken Monat hinter sich: Am Freitag schloss die Thyssenkrupp Aktie bei 11,29 Euro – ein Plus von 21,74 Prozent innerhalb der vergangenen vier Wochen. Der Industriekonzern meldete zudem einen Rekordauftragsbestand von 18,2 Milliarden Euro, angetrieben auch durch die Sparte Werften. Dennoch bleiben Herausforderungen, insbesondere im kränkelnden Stahlmarkt, wo tiefgreifende Einschnitte und Umstrukturierungen laufen.
Die Tochter Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS), die im Herbst 2025 an die Börse ging und am 22. Dezember in den MDAX aufgenommen wurde, überzeugte zunächst nicht – doch mittlerweile notiert die Aktie rund 20 Prozent über dem Ausgabepreis. Damit kommt die Sparte auf eine Marktbewertung von über vier Milliarden Euro. Diese Entwicklung festigt TKMS als führenden reinrassigen Rüstungskonzern für Marineanwendungen in Deutschland, mit einem Milliardenauftragsbuch, das die Arbeit für Jahre sichert.
Unterdessen belastet die Stahlsparte weiterhin die Bilanz. Geplant ist eine Reduzierung der Produktionskapazität auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen Walzstahl. Zudem warnte das Unternehmen vor einem Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2025/2026, vor allem wegen der Umstrukturierungskosten im Stahlmarkt. Die Gespräche mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe dauern derweil an.
Auf der Hauptversammlung billigten die Aktionäre eine Dividende von 0,15 Euro pro Aktie für 2024/2025 – insgesamt rund 93 Millionen Euro. Dies löste Proteste von Hunderten Mitarbeitern aus; die IG Metall kritisierte den Schritt als Schwächung des Kerngeschäfts. Trotz der Gegenwehr bekräftigte Thyssenkrupp seine langfristige Restrukturierungsstrategie "ACES 2030" und verwies auf den TKMS-Börsengang als wichtigen Meilenstein. Der Zwischenbericht für das erste Quartal 2025/2026 wird am 12. Februar 2026 erwartet.
Der Aktienkurs von Thyssenkrupp bleibt stabil, gestützt durch die starke Nachfrage im Werftengeschäft und einen gut gefüllten Auftragsbestand. Doch die Probleme im Stahlmarkt und die geplanten Kapazitätskürzungen werden die finanzielle Entwicklung im kommenden Jahr prägen. Der nächste Bericht im Februar wird weitere Klarheit über den Stand der Umstrukturierung und die Marktaussichten bringen.