Thyssenkrupp-Arbeiter protestieren gegen 93-Millionen-Dividende vor Hauptversammlung
Doris DowergThyssenkrupp-Mitarbeiter fordern Dividendenverzicht - Thyssenkrupp-Arbeiter protestieren gegen 93-Millionen-Dividende vor Hauptversammlung
Arbeiter bei Thyssenkrupp haben die Aktionäre aufgefordert, eine geplante Dividendenausschüttung in Höhe von 93 Millionen Euro abzulehnen. Der Protest kommt zu einer Zeit, in der im Gemeinschaftsunternehmen HKM in Duisburg Stellenstreichungen drohen. Beschäftigte und Gewerkschaftsvertreter fordern eine faire Behandlung der von Entlassungen betroffenen Mitarbeiter.
Die Kundgebung fand vor der Hauptversammlung von Thyssenkrupp statt. Arbeiter des Stahlproduktions-Joint-Ventures HKM – an dem Thyssenkrupp Steel, Salzgitter und Vallourec beteiligt sind – schlossen sich dem Protest an. Sie forderten das Unternehmen auf, die erwarteten Entlassungen sozialverträglich zu gestalten.
Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag ziehen sich bereits seit Monaten hin. Marco Gasse, der Vorsitzende des Betriebsrats bei HKM, setzt sich für eine Vereinbarung ein, die die Beschäftigten schützt. Unterdessen warf die Gewerkschaft IG Metall Thyssenkrupp vor, Gewinne über die Belegschaft zu stellen.
Die Aktionäre sollen über eine Dividende von 15 Cent pro Aktie abstimmen, was insgesamt 93 Millionen Euro entspricht. Die Mitarbeiter argumentieren jedoch, dass das Geld stattdessen den von der Umstrukturierung betroffenen Arbeitnehmern zugutekommen sollte.
Der Protest unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen der Unternehmensführung von Thyssenkrupp und der Belegschaft. Sollte die Dividendenausschüttung genehmigt werden, würde sie trotz anhaltender Bedenken hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit erfolgen. Das Ergebnis der Abstimmung und das Schicksal des Sozialtarifvertrags bleiben ungewiss.