Tarifstreit im NRW-Nahverkehr eskaliert: Verdi droht mit neuen Streiks nach gescheiterten Verhandlungen
Doris DowergTarifstreit im NRW-Nahverkehr eskaliert: Verdi droht mit neuen Streiks nach gescheiterten Verhandlungen
Die erste Runde der Tarifverhandlungen über Löhne und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im Nahverkehr Nordrhein-Westfalens endete am 21. Januar 2023 ergebnislos. Die Arbeitgeber legten kein konkretes Angebot vor, sodass rund 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihren zentralen Forderungen keine Fortschritte erzielten. Die Gewerkschaft Verdi warnte seitdem, dass weitere Streiks drohen, falls die Gespräche erneut ins Stocken geraten.
Vertreter von über 30 kommunalen Verkehrsbetrieben trafen sich mit Verdi, um über die Arbeitsbedingungen von Bus-, Straßenbahn- und Bahnmitarbeitern zu verhandeln. Die Kernforderungen der Gewerkschaft umfassen eine Verkürzung der Arbeitszeit ohne Lohnkürzungen, eine garantierte elfstündige Ruhepause zwischen den Schichten sowie einen Sonntagszuschlag von mindestens 40 Prozent. Die Beschäftigten fordern zudem acht bezahlte Tage pro Jahr für Gewerkschaftsarbeit und dass die Vereinbarung auch kurzfristig Beschäftigte und Minijobber einschließt.
Während der Verhandlungsrunde unterbreiteten die Arbeitgeber jedoch keinen offiziellen Vorschlag. Stattdessen kündigten sie an, in der nächsten Runde Gegenforderungen einbringen zu wollen. Die Gewerkschaft kritisierte dieses Vorgehen scharf und argumentierte, dass finanzielle Engpässe der Verkehrsbetriebe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden dürften – diese hätten ohnehin schon mit hohen Arbeitsbelastungen und Personalmangel zu kämpfen.
Verdi kündigte an, die Mitglieder über mögliche nächste Schritte zu informieren, darunter auch über die Option von Arbeitskampfmaßnahmen. Die aktuellen Verhandlungen zielen auf einen Rahmentarifvertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten ab, wobei Lohnanpassungen bereits an den bestehenden Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) gekoppelt sind.
Die ausbleibende Einigung in den Gesprächen lässt die Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Nahverkehr weiter in Unsicherheit zurück. Da keine Lösung in Sicht ist, könnte die Streikdrohung der Gewerkschaft zu erneuten Behinderungen im lokalen Verkehrsangebot führen – sofern die Arbeitgeber in zukünftigen Verhandlungen nicht konstruktiver agieren.