Solingens Kirchen stehen vor radikaler Umstrukturierung bis 2035
Die Zukunft der Kirchen und Gemeinschaftszentren in Solingen ist zu einem zentralen Thema für die lokalen Verantwortlichen geworden. Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um Gemeinden zu unterstützen, die vor schwierigen Entscheidungen über ihre Gebäude stehen. Sowohl evangelische als auch katholische Vertreter begrüßen die Initiative, während die Diskussionen über geplante Kürzungen an Intensität gewinnen.
Die Evangelische Kirche in Solingen betreibt derzeit 13 aktive Kirchen und neun Gemeinschaftszentren. Doch die am 11. Februar 2026 vorgestellten Pläne sehen vor, diese Zahl bis 2035 zu halbieren. Vier Kirchen – die Stadtkirche Ohligs, die Walder Kirche, die Dorper Kirche und die Gräfrather Evangelische Kirche – sowie drei Gemeinschaftszentren in Höhscheid, in der Wittenbergstraße und in der Schützenstraße/Ritterstraße sollen erhalten bleiben. Andere Standorte wie Merscheid, Widdert, Mangenberg und die Christuskirche stehen hingegen zur weiteren Prüfung oder möglichen Umnutzung an.
Eine kürzlich in der Stadtkirche abgehaltene Informationsveranstaltung stieß auf großes öffentliches Interesse und zeigte, wie sehr den Bürgern das Thema am Herzen liegt. Die SPD-Arbeitsgruppe, die als Vermittlerin zwischen den Kirchen und der lokalen Politik fungiert, traf sich erstmals mit breiter Beteiligung sowohl evangelischer als auch katholischer Gemeinden. Florian Pinnow, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, betonte, dass Kirchen eine zentrale Rolle in den Stadtteilen, in der sozialen Arbeit und im kulturellen Leben spielen.
Die SPD hat zudem auf die Bedeutung von Bebauungsvorschriften und die Auswirkungen auf soziale Netzwerke als zentrale Punkte für den Stadtrat hingewiesen. Kirchenvertreter, darunter der Evangelische Kirchenkreissynodalvorstand und der Katholische Rat, reagierten positiv auf das Engagement der Arbeitsgruppe. Die Partei sicherte weitere Unterstützung im Verlauf der anstehenden Beratungen zu.
Die SPD-Arbeitsgruppe wird sich weiterhin mit den Gemeinden und politischen Entscheidungsträgern austauschen. Die anstehenden Beschlüsse darüber, welche Gebäude erhalten oder umgenutzt werden, werden das städtische Gefüge Solingens über Jahre prägen. Das Thema bleibt sowohl für die Stadt als auch für die Glaubensgemeinschaften von hoher Priorität.