05 February 2026, 06:40

Solingen streitet um Gewerbegebiet: Grüne blockieren Schrodtberg-Bebauung

Ein detaillierter Stadtplan mit einem grünen zentralen Bereich, der wahrscheinlich ein vorgeschlagener Entwicklungsstandort ist, umgeben von Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, mit beschreibendem Text unten.

Solingen streitet um Gewerbegebiet: Grüne blockieren Schrodtberg-Bebauung

Streit um Flächennutzung in Solingen eskaliert: Grüne lehnen Gewerbegebiet auf dem Schrodtberg ab

In Solingen hat sich der Konflikt um die Flächennutzung zugespitzt, nachdem die Grünen Pläne zur Ausweisung des Schrodtbergs als Gewerbegebiet scharf kritisierten. Die SPD, die sich einst für Umweltschutzbelange einsetzte, unterstützt das Vorhaben nun gemeinsam mit der FDP – und erntet dafür Kritik von Oppositionsgruppen. Die Grünen warnen, der Schritt würde lokale Ökosysteme zerstören und frühere Zusagen zur Begrenzung von Neubauten brechen.

Noch vor weniger als einem Jahr hatten SPD, Grüne und Linke im Masterplan Arbeit und Wirtschaft der Stadt neue Gewerbegebiete abgelehnt. Doch nun hat die SPD ihre Haltung geändert und drängt im Rahmen einer neuen Wirtschaftsstrategie auf eine beschleunigte Entwicklung des Schrodtbergs sowie von Fürkeltrath II. Die FDP steht hinter diesem Kurswechsel, während die Grünen ihn als ökologisch unverantwortlich verurteilen.

Die Grünen betonen, dass der Schrodtberg zusammen mit dem Fleußmühlental eine zentrale Rolle als Biotop in Solingen spiele. Die Bezirksvertreterin Helga Bisier warnt, eine industrielle Erschließung würde diese ökologische Funktion unwiederbringlich zerstören. Stattdessen schlagen die Grünen vor, bestehende Gewerbeflächen – etwa in der Nähe des Birkenweiher – zu nutzen, um die Nachfrage zu decken, ohne weitere Grünflächen zu opfern.

Der Planungsexperte Dietmar Gaida verweist auf praktische Hindernisse: Das steile Gelände des Schrodtbergs würde Bauten teuer und schwierig machen. Zudem rechnet er mit Klagen betroffener Anwohner, falls das Projekt voranschreitet. Die Grünen fordern darüber hinaus, Stöcken/Schrodtberg – ähnlich wie Piepersberg West und Fürkeltrath II – als Schutzlandschaft auszuweisen, um ihren ökologischen Wert zu bewahren.

Ursprünglich hatte der Masterplan Arbeit und Wirtschaft der Partei den Bürgern versichert, dass lediglich das ehemalige Sportfeld bebaut werde. Nun werfen die Grünen der SPD vor, dieses Versprechen zu brechen – mit Risiken für Umwelt und öffentliche Akzeptanz.

Die Grünen setzen sich weiterhin für eine nachhaltige Flächenpolitik ein und fordern den Stadtrat auf, Natur- und Klimaschutz Priorität einzuräumen. Eine Bebauung des Schrodtbergs, so ihre Argumentation, würde hohe Kosten, juristische Verzögerungen und irreversible ökologische Schäden mit sich bringen. Die Entscheidung über die Zukunft des Gebiets liegt nun bei der Solinger Verwaltung, während beide Seiten auf eine Klärung warten.