26 April 2026, 20:21

Salzburger Festspiele in der Kritik wegen russischer Dirigenten-Verbindungen

Ein Mann steht an einem Rednerpult mit einem Mikrofon, spricht bei einer Abendveranstaltung mit einem "National Book Festival History & Biography"-Schild dahinter.

Salzburger Festspiele in der Kritik wegen russischer Dirigenten-Verbindungen

Salzburger Festspiele geraten wegen Verbindungen zu Dirigent Teodor Currentzis unter Druck

Die Salzburger Festspiele sehen sich erneut mit kritischen Fragen zu ihrer Zusammenarbeit mit dem russischen Dirigenten Teodor Currentzis konfrontiert. Festivaldirektorin Karin Bergmann verteidigt dessen Rolle – trotz seiner umstrittenen Verbindungen zu staatlich gestützten russischen Unternehmen. Ihre Führung kommt zu einer Zeit, in der die Werte und künstlerischen Entscheidungen des Festivals besonders unter die Lupe genommen werden.

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Currentzis, bekannt für seine Arbeit im "Hinterhäuser"-Spielort, nahm nach der Annexion der Krim freiwillig die russische Staatsbürgerschaft an. Seine Auftritte werden weiterhin von Unternehmen wie Gazprom und VTB finanziert – beide stehen in enger Verbindung zur russischen Regierung. Diese finanziellen Verflechtungen werfen Fragen nach der ethischen Haltung des Festivals auf.

Bergmann, die ihr Amt nach den Fehltritten ihres Vorgängers übernahm, bewegt sich nun auf einem schmalen Grat. Sie betont, Musik fungiere als "Brückenbauer", gerade in politisch angespannten Zeiten. Ihr Ansatz zielt darauf ab, die Vergangenheit des Festivals mit seiner Zukunft zu versöhnen, während sie gleichzeitig große Teile des bestehenden Teams halten möchte.

Die Gründungsurkunde der Festspiele unterstreicht die kulturelle und moralische Verantwortung der Kunst. Doch Bergmanns Verteidigung Currentzis' steht im Kontrast zur Haltung anderer Künstler wie der Sopranistin Anna Netrebko. Netrebko, die seit Jahren nicht mehr in Russland aufgetreten ist, hat sich klar auf die Seite Europas gestellt.

Bergmanns Führung wird entscheidend dafür sein, wie die Salzburger Festspiele ihre Beziehungen zu Russland bewältigen. Die Entscheidung, Currentzis zu halten, verdeutlicht die Spannung zwischen künstlerischer Freiheit und ethischen Bedenken. Mit dem nahenden Festivalbeginn werden ihre Weichenstellungen die Richtung in einem gespaltenen Kulturraum bestimmen.

Quelle