„Salome“ an der Komischen Oper Berlin: Eine düstere Neuinszenierung voller Leidenschaft und Macht
Iwona Kohl„Salome“ an der Komischen Oper Berlin: Eine düstere Neuinszenierung voller Leidenschaft und Macht
Eine kühne Neuinszenierung von Richard Strauss’ Salome kommt an die Komische Oper Berlin
Unter der Regie von Evgeny Titov wird die biblische Geschichte von Besessenheit, Macht und Tragödie neu interpretiert. Die Vorstellungen finden vom 21. November 2025 bis zum 3. Januar 2026 im Schiller Theater statt.
Die Oper erzählt die Geschichte Salomes, der Stieftochter von König Herodes, die von leidenschaftlicher Begierde nach dem gefangenen Propheten Jochanaan erfasst wird. Als dieser ihre Avancen zurückweist, verlangt sie als Lohn für ihren Tanz vor Herodes dessen Kopf. Obwohl der König entsetzt über den Gedanken ist, einen heiligen Mann zu töten, fühlt er sich durch seinen Schwur gebunden und willigt widerwillig ein.
Titovs Inszenierung stellt das Verlangen in den Mittelpunkt und zeigt Figuren, die nach Beständigkeit streben, während sie auf Widerstand stoßen. Das Bühnenbild von Rufus Didwiszus besteht aus einem schroffen, matt-goldenen Gewölbe, das eine Atmosphäre von Prunk und Unbehagen schafft. Nicole Chevalier übernimmt die anspruchsvolle Rolle der Salome, deren Darstellung durch eine weiße Kapuze verstärkt wird, die ihr gesamtes Gesicht verdeckt. Matthias Wohlbrechts Herodes liefert eine gesanglich scharfe, durchdringende Performance, die die Angst und Grausamkeit des Königs unterstreicht. Nachdem Salome Jochanaans abgetrennten Kopf erhält, erlebt sie einen flüchtigen Moment ekstatischer Seligkeit – bis Herodes, entsetzt über ihr Handeln, ihre Hinrichtung befiehlt. Strauss’ Oper war zunächst an der Wiener Hofoper verboten und wurde in Berlin nur unter der Auflage aufgeführt, dass der Stern von Bethlehem im Finale erscheint. Titovs Interpretation bleibt der düsteren Intensität des Werks treu und bietet gleichzeitig eine frische visuelle und emotionale Perspektive.
Die Produktion vereint ein beeindruckendes Bühnenbild, kraftvolle Darstellungen und Strauss’ dramatische Partitur. Das Publikum erlebt Salome als eine Geschichte von zerstörerischer Leidenschaft und tödlichen Konsequenzen. Karten für die Aufführungen im Schiller Theater sind bis Anfang Januar erhältlich.