RWE setzt auf Windkraft und Speicher – doch Netzprobleme drohen Investitionen ins Ausland zu treiben
Doris DowergRWE-Chef Krebber: Netzausbau wird zum Problem - RWE setzt auf Windkraft und Speicher – doch Netzprobleme drohen Investitionen ins Ausland zu treiben
RWE treibt große Projekte im Bereich erneuerbare Energien in ganz Europa und darüber hinaus voran. Unternehmenschef Markus Krebber warnt jedoch, dass die zögerliche Ausweitung der Stromnetze in Deutschland Investitionen ins Ausland drängen könnte. Trotz dieser Herausforderungen bleibt RWE seinen ehrgeizigen Vorhaben in den Bereichen Windkraft, Speicherlösungen und Stromerzeugung treu.
Allein in der Projektpipeline für erneuerbare Energien hat RWE mindestens fünf Schlüsselinvestitionen definiert. In Großbritannien entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit dem Finanzinvestor KKR zwei Offshore-Windparks – Norfolk Vanguard East und West – mit einer kombinierten Leistung von 4,8 Gigawatt (GW). Ein weiteres großes britisches Projekt, Dogger Bank South, soll in Partnerschaft mit Masdar zusätzliche 6,9 GW Offshore-Windkapazität liefern.
In Deutschland setzt RWE auf Batteriespeicher: In Lingen ist eine Anlage mit 400 Megawatt (MW) geplant, und bis 2035 will das Unternehmen – wieder mit Masdar – bis zu 1 GW weiterer Speicherkapazität aufbauen, vor allem in Deutschland. Diese Projekte unterstreichen RWE-Strategie, internationales Wachstum mit heimischen Investitionen zu verbinden.
Krebber sieht jedoch die Netzkapazitäten als größtes Hindernis in Deutschland. Neue Rechenzentren und Kraftwerke müssen oft monatelang auf Netzanschlüsse warten, was Projektzeitpläne gefährdet. Zwar bevorzugt RWE weiterhin Investitionen im Inland, doch der Vorstandsvorsitzende betont: Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht verbessern, könnte sich der Fokus auf andere Regionen verlagern. Selbst eine Verlangsamung des deutschen Ausbaus erneuerbarer Energien hätte laut Krebber "überhaupt keine Auswirkungen" auf die globalen Pläne des Konzerns.
Künftige Investitionen von RWE werden davon abhängen, wo die Bedingungen am attraktivsten sind. Das Unternehmen baut sein Portfolio an erneuerbaren Energien weiter aus, doch die Netzengpässe in Deutschland könnten mehr Projekte ins Ausland drängen. Derzeit liegt der Schwerpunkt auf der Umsetzung großer Wind- und Speicherprojekte in Großbritannien und Deutschland.