Ritzenhoff kehrt nach der Pleite mit klugen Reformen in die Gewinnzone zurück
Iwona KohlRitzenhoff kehrt nach der Pleite mit klugen Reformen in die Gewinnzone zurück
Ritzenhoff, ein Glashersteller aus Marsberg, hat sich nach der Insolvenzantragstellung im Jahr 2020 wieder erholt. Das Unternehmen, das einst mit Stellenabbau und finanziellen Verlusten kämpfte, hat seinen Umsatz mittlerweile bei rund 50 Millionen Euro stabilisiert und im Jahr 2021 erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn verbucht. Entscheidende Veränderungen in Führung und Betriebsabläufen haben diese Wende ermöglicht.
Die Probleme begannen 2020, als Ritzenhoff Insolvenz anmelden musste – mit der Folge, dass 90 der damals 430 Arbeitsplätze gestrichen wurden. Nach dem Insolvenzantrag kam es zu einem Eigentümerwechsel: Gerwin Pape übernahm die Anteile von Robert Tönnies an dem Unternehmen. Jens-Uwe Göke, ein ehemaliger Wirtschaftsprüfer von Ritzenhoff, stieg ebenfalls als Gesellschafter ein und übernahm die Verantwortung für die Restrukturierung.
Zu den zentralen Maßnahmen zählten Kostensenkungen und operative Verbesserungen. Der ehemalige Luxus-Ausstellungraum wurde in eine Mitarbeiterkantine umgewandelt – eine Maßnahme, die nicht nur die Ausgaben reduzierte, sondern auch die Stimmung unter den Beschäftigten hob. Die Belegschaft reagierte positiv auf die neue Ausrichtung, wobei die Unternehmensführung aktiv Vorschläge aus der Produktion aufgriff. Mittlerweile wird wieder eingestellt, ein Zeichen für erneutes Vertrauen in die Zukunft des Betriebs. Auch in der Produktion gab es bedeutende Neuerungen: Das Unternehmen investierte in eine UV-Druckmaschine, um den Dekordruck auf Glas wieder ins eigene Haus zu holen. Dieser Schritt steigerte die Effizienz und ermöglichte es Ritzenhoff, kleinere und mittelgroße Kunden besser zu bedienen. Steven Heinemann, ein langjähriger Glasfacharbeiter, wurde zum Produktionsgeschäftsführer ernannt und bringt nun sein Fachwissen in die Unternehmensführung ein.
Die Erholung von Ritzenhoff zeigt sich in stabilen Umsätzen, der Rückkehr in die Gewinnzone und einer motivierteren Belegschaft. Durch den Fokus auf Effizienz, Eigenproduktion und die Einbindung der Mitarbeiter hat das Unternehmen eine solide Basis für die Zukunft geschaffen. Mit neuer Führung und strategischen Investitionen steht der Marsberger Hersteller nun wieder auf festem Boden.