Rekordandrang in Tiefenort: Kirche lockt mit Rockmusik und Kerzenschein
Irmtraut BeckerRekordandrang in Tiefenort: Kirche lockt mit Rockmusik und Kerzenschein
Abendzeitung: Tiefenort Kirche zieht mit ungewöhnlichem Gottesdienst Rekordpublikum an
Die St.-Petri-Kirche in Tiefenort war am 1. Februar 2025 bis auf den letzten Platz gefüllt – beim Licht für alle-Gottesdienst. Trotz eisiger Temperaturen und eines gut gefüllten Dorfveranstaltungskalenders lockte der Abend, organisiert von Jochen Schweizer, eine Rekordzahl an Besuchern an. Statt klassischer Orgelmusik setzte die Veranstaltung auf ein intimes, clubähnliches Konzert, das Rock, Kirchenlieder und Kerzenschein zu einem einzigartigen Erlebnis verschmolz.
Der Abend begann mit einem Mix aus geistlichen und weltlichen Liedern. Die Band The Quiet Side führte durch Stücke wie Kyrie eleison, Here Comes the Sun, Die Sucher und Sound of Silence und schuf so eine nachdenkliche, doch lebendige Atmosphäre. Hunderte warme Lichter tauchten die Kirche in ein einladendes Licht, das einen deutlichen Kontrast zur winterlichen Dunkelheit draußen bildete.
Pastor Thomas Volkmann gesellte sich an den Keyboards zur Band – in seinem Talar, doch mit der Energie eines Rockmusikers. Der Gottesdienst führte die Besucher mit der Erzählung vom Alltag hin zu den Themen der biblischen Offenbarung, wobei das Motto Kein Licht, kein Wandel im Mittelpunkt stand. Die Predigt deutete Jesu Vision als inneres Feuer, das selbst in finsteren Zeiten Orientierung gibt.
Der emotionale Höhepunkt war ein Kerzenritual: Die Besucher entzündeten Flammen in einem großen schmiedeeisernen Fisch – als Symbol für Hoffnung und persönliche Gebete. Nach dem Gottesdienst luden die offenen Kirchentüren dazu ein, draußen zu verweilen, sich auszutauschen und die Gemeinschaft zu genießen.
Obwohl die genauen Besucherzahlen nicht veröffentlicht wurden, verzeichneten die Organisatoren einen deutlichen Anstieg junger Teilnehmer. Lokale Werbung, das Interesse an Lichtkunst und der winterliche Reiz von Innenveranstaltungen dürften zum großen Andrang beigetragen haben.
Der Licht für alle-Gottesdienst brach mit der Tradition: Statt klassischer Andacht bot er ein konzertantes Erlebnis mit interaktiven Elementen. Damit gelang es, ein bunt gemischtes Publikum anzuziehen und die Kirche über alle Erwartungen hinaus zu füllen. Die Mischung aus Musik, Ritual und Gemeinschaft hinterließ einen bleibenden Eindruck im winterlichen Veranstaltungskalender Tiefenorts.