Rekord-Wartezeiten: Warum Patienten in NRW monatelang auf Facharzttermine hoffen
Thies FreudenbergerRekord-Wartezeiten: Warum Patienten in NRW monatelang auf Facharzttermine hoffen
Patienten in Nordrhein-Westfalen warten länger denn je auf Termine bei Fachärzten
2024 betrug die durchschnittliche Wartezeit auf einen Termin bei einem Spezialisten 42 Tage – ein Anstieg gegenüber 33 Tagen im Jahr 2019. Besonders betroffen sind gesetzlich Versicherte, da die Nachfrage das Angebot an Ärzten bei Weitem übersteigt.
Alleiner im Nordrhein-Gebiet stieg die Zahl der Behandlungsfälle von 67 Millionen im Jahr 2014 auf über 72 Millionen pro Jahr. Viele Patienten berichten, dass sie mittlerweile Wochen auf einen Termin warten müssen, vor allem wenn sie neu in einer Praxis sind. Zwar erhalten die meisten innerhalb von drei Tagen einen Termin, doch jeder Siebte wird laut dem Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung noch am selben Tag behandelt.
Fachärzte wie Dr. Justus Kreyer, Orthopäde in Düsseldorf, bestätigen die Belastung. Um die Nachfrage zu bewältigen, arbeitet er von 8 bis 20 Uhr und behandelt pro Quartal mehr als 4.000 Patienten. Zwar gibt es für Privatpatienten reservierte Terminslots, doch Kreyer betont, dass die Unterschiede bei den Wartezeiten nicht extrem seien.
Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein führt den Engpass auf einen Mangel an Fachärzten, begrenzte Ressourcen und eine steigende Nachfrage zurück. Um die Situation zu entlasten, schlagen sie eine bessere Patiententriage, den Ausbau der Telemedizin und mehr Unterstützungspersonal in Praxen vor.
Die längeren Wartezeiten auf Termine bei Fachärzten spiegeln die wachsende Belastung des Gesundheitssystems in Nordrhein-Westfalen wider. Gesetzlich Versicherte sind am stärksten von Verzögerungen betroffen, auch wenn die meisten weiterhin innerhalb weniger Tage behandelt werden. Die Verantwortlichen suchen nun nach praktischen Lösungen, um die steigende Arbeitsbelastung zu bewältigen.