08 April 2026, 02:18

Regionalverkehr in Deutschland kämpft um finanzielle Überlebenschancen

Zeitung mit gedrucktem Text, der drei tägliche Züge ankündigt: The Overland Limited, The Pacific Express und Colorado auf der North Western Line.

Regionalverkehr in Deutschland kämpft um finanzielle Überlebenschancen

Regionalverkehr in Deutschland steht unter wachsendem Finanzdruck

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Die regionalen Bahnverbindungen in Deutschland sehen sich steigenden Kosten und unzureichender Finanzierung gegenüber. Betreiber warnen, dass ohne zusätzliche staatliche Unterstützung Streckeneinstellungen oder sogar Insolvenzen drohen könnten. Die Angelegenheit ist nun vor dem Europäischen Gerichtshof gelandet – ein Urteil zu Obergrenzen für Trassenentgelte wird bis Mitte 2026 erwartet.

Das heutige System entstand nach der Umstrukturierung der deutschen Bundes- und Landesbahnen in eine Aktiengesellschaft. Die Verantwortung für den Regionalverkehr ging auf die Bundesländer über, doch die Mittel hinken seitdem der Inflation hinterher. Staatliche Unternehmen kaufen heute Züge und verpachten sie an Betreiber, während die Steuerzahler den Großteil der Kosten für den Regionalverkehr tragen.

Die EU schlägt ein Modell vor, das sich an den Grenzkosten für die Trassennutzung orientiert. Dennoch zahlen Züge weiterhin Infrastrukturgebühren, die Busse nicht entrichten müssen. Gleichzeitig will die Bundesregierung, dass die DB InfraGo die Finanzierung von Modernisierungen übernimmt – was die Trassenentgelte weiter in die Höhe treiben könnte. National Express hat bereits Verbindungen auf der Strecke Aachen–Hamm eingestellt, nachdem die Kosten die vertraglichen Vereinbarungen überstiegen.

Für das Deutschland-Ticket wurde zwar eine langfristige Lösung bis 2030 gefunden, mit inflationsgebundenen Preisanpassungen ab 2027. Doch ohne weitere Maßnahmen könnten Betreiber vor der Wahl stehen: Leistungen kürzen oder den finanziellen Kollaps riskieren.

Die anstehende Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zu den Trassenentgelten wird die Zukunft des Regionalverkehrs prägen. Steigen die Kosten weiter, ohne dass der Staat nachlegt, wird es für die Unternehmen immer schwieriger, das aktuelle Angebot aufrechtzuerhalten. Die Folge könnte sein, dass Fahrgäste in den kommenden Jahren mit weniger Zügen oder höheren Ticketpreisen konfrontiert werden.

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