RAW-Gelände in Berlin: Räumungsdrohung gefährdet Kulturszene und Cassiopeia-Club
Doris DowergRAW-Gelände in Berlin: Räumungsdrohung gefährdet Kulturszene und Cassiopeia-Club
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines der wichtigsten kulturellen Zentren der Stadt, ist nun ungewiss. Der Club Cassiopeia und andere Mieter drohen bereits ab nächster Woche die Räumung – nach einem langwierigen Streit um die Bebauungspläne. Die Proteste haben bereits begonnen: Dutzende versammelten sich am Kurfürstendamm unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“.
Das RAW-Gelände blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Ursprünglich diente es als Wartungsdepot für Reichsbahn-Züge. Seit dem Fall der Berliner Mauer hat es sich zu einem lebendigen Kulturort gewandelt. Heute beherbergt es Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen und Märkte.
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen die Kurth-Gruppe, der Senat und der Bezirk, die sich über Bau- und Nutzungspläne streiten. Mitte Mai legten Senat und Bezirk einen Rahmenvertrag vor, doch die Kurth-Gruppe lehnte ihn ab. Seither fordert der Projektentwickler eine beschleunigte Baugenehmigung für Wohnungsbau als Bedingung für weitere Gespräche.
Mieter wie der Club Cassiopeia haben nun Räumungsbescheide für Teile des Geländes erhalten. Einige müssen kurzfristig ausziehen – damit steht die Zukunft Dutzender Clubs, Bars, Ateliers und Sporteinrichtungen auf dem Spiel.
Das RAW-Gelände bleibt ein zentraler Ort der Berliner Kulturszene, doch sein Fortbestand ist bedroht. Ohne eine Einigung könnten die Räumungen bereits in wenigen Tagen beginnen. Die Entscheidung wird zeigen, ob dieser historische Kulturstandort weiterlebt – oder neuen Bebauungsplänen weichen muss.
