13 March 2026, 18:23

Ramadan-Streit an NRW-Schule löst bundesweite Debatte über Toleranz aus

Eine Gruppe von Menschen auf einer Bühne, jeder hält einen Blumenstrauß und Urkunden in der Hand, im Hintergrund ein Bildschirm mit der Aufschrift "Yogyakarta Penang International School."

Ramadan-Streit an NRW-Schule löst bundesweite Debatte über Toleranz aus

Ein Streit unter Zehnjährigen über das Fasten während des Ramadan hat an einer Schule in Nordrhein-Westfalen eine breitere Debatte ausgelöst. Die Auseinandersetzung, die zunächst als typischer Kinderkonflikt beschrieben wurde, hat nach Medienberichten, die sie als Zusammenstoß über Migration und religiöse Vorschriften darstellten, bundesweite Aufmerksamkeit erregt.

Der Vorfall begann, als Schüler der Joseph-Beuys-Gesamtschule in Kleve darüber stritten, ob Mitschüler während der Schulzeit essen dürfen, während andere für den Ramadan fasten. Schulbehörden und die Bezirksregierung Düsseldorf betonten später, dass es keine offizielle Regelung gebe, die Schüler verpflichten würde, Essen zu verstecken oder auf Mahlzeiten zu verzichten.

Die Schule berief eine Klassenratssitzung ein, um die Meinungsverschiedenheiten zu klären. Verantwortliche wiesen darauf hin, dass solche Konflikte in diesem Alter üblich seien und keine größeren kulturellen Spannungen widerspiegeln würden.

Die Bild-Zeitung stellte den Sachverhalt jedoch anders dar. Mit der Schlagzeile "Ramadan-Streit! Schüler sollen heimlich Snacks essen" suggerierte sie, nicht fastenden Schülern sei aufgetragen worden, ihr Essen zu verbergen. Eine weitere Überschrift "Ramadan-Streit! Wie die Schule jetzt zurückrudert" deutete an, die Schule gebe unter Druck nach und ändere ihre Haltung.

Als Reaktion kündigte die Schule weitere Gespräche mit allen Beteiligten an, um die Kommunikation zu verbessern und Missverständnisse zu entschärfen, bevor sie eskalieren.

Die Bezirksregierung Düsseldorf bestätigte, dass es keine Vorschriften gebe, die das Essen während der Schulzeit einschränken. Die Schule hält daran fest, dass es sich um eine geringe Auseinandersetzung unter Schülern handle – trotz der medialen Darstellung als kultureller Großkonflikt. Weitere interne Gespräche sollen die Angelegenheit klären.

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