Protest in Dortmund: Aktivisten fordern Ende der Zwangsarbeit und mehr Solidarität
Thies FreudenbergerProtest in Dortmund: Aktivisten fordern Ende der Zwangsarbeit und mehr Solidarität
Protest vor dem Dortmunder Jobcenter: „Solidarität statt Zwangsarbeit“
Diese Woche fand vor dem Dortmunder Jobcenter eine Demonstration statt, organisiert vom Hartz Café Dortmund. Aktivistinnen und Aktivisten versammelten sich, um auf die Nöte von Leistungsbeziehenden aufmerksam zu machen und unter dem Motto „Solidarität statt Zwangsarbeit“ mehr Zusammenhalt und Wertschätzung einzufordern.
An der Kundgebung beteiligten sich Arbeitslose, Gewerkschaftsmitglieder sowie soziale Initiativen. Steffi Eulitz, Juristin und Sozialberaterin, warnte, dass pauschale Wohnkostenzuschüsse die tatsächlichen Lebenshaltungskosten nicht abbilden würden. Besonders betonte sie die prekären Lebensumstände gefährdeter Gruppen – darunter Drogenabhängige, Obdachlose sowie ältere oder kranke Menschen.
Luca und Alexander, beide beim Hartz Café engagiert, berichteten von den täglichen Belastungen, denen Leistungsbeziehende ausgesetzt sind. Steigende Mieten und Kinderbetreuungskosten trieben viele in finanzielle Not. Alexander ergänzte, dass beschäftigte und arbeitslose Menschen dieselben Interessen hätten und nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften.
Christopher Davis, Sekretär der Gewerkschaft FAU, kritisierte scharf geplante Kürzungen bei Sozialleistungen. Er bezeichnete die Maßnahmen als direkten Angriff auf die Arbeitnehmenden und rief zu gemeinsamem Widerstand auf. Die Demonstrantinnen und Demonstranten forderten ein höheres Bürgergeld, vereinfachte Antragsverfahren, gerechtere Wohnkostenanpassungen sowie besseren Zugang zu Bildung und Selbstorganisation für Betroffene.
Ziel der Aktion war es, die harten Realitäten von Arbeitslosigkeit und Armut in Dortmund sichtbar zu machen. Die Organisatorinnen und Organisatoren drängten auf politische Veränderungen, die finanzielle Belastungen mindern und die Unterstützungssysteme verbessern. Zu ihren zentralen Forderungen zählten angemessenere Wohnkostenzuschüsse und stärkere soziale Absicherung für die Schwächsten.
