08 June 2026, 06:15

PPWR 2030: Warum viele Unternehmen bei der EU-Verpackungsverordnung noch im Dunkeln tappen

Die Bedeutung der EU-Verpackungsregelung PPWR wird unterschätzt

PPWR 2030: Warum viele Unternehmen bei der EU-Verpackungsverordnung noch im Dunkeln tappen

Eine neue Umfrage zeigt erhebliche Herausforderungen für Unternehmen bei der Vorbereitung auf die EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Die Regelungen, die bis 2030 verbindlich werden sollen, betreffen Hersteller, Händler und Logistikunternehmen in ganz Europa. Doch viele Firmen sind sich unsicher über Kosten, Zeitpläne und selbst grundlegende Anforderungen für die Einhaltung.

Die gemeinsame Studie des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML, der Logistikbude und der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM) deckt Wissenslücken und mangelnde Vorbereitung auf. Zwar zielt die Verordnung darauf ab, Transparenz, Wiederverwendung und Rückverfolgbarkeit in Lieferketten zu verbessern – doch die meisten Unternehmen tun sich schwer, Schritt zu halten.

Laut der Erhebung erfüllt derzeit nur jedes zehnte Unternehmen die grundlegenden Voraussetzungen für die PPWR-Umsetzung. Fast die Hälfte der Befragten überschätzt ihren eigenen Fortschritt und glaubt, weiter zu sein, als es tatsächlich der Fall ist.

Zeitdruck, unklare Machbarkeit und hohe erwartete Kosten wurden als größte Hindernisse genannt. Auch die Einbindung von Geschäftspartnern und schlechte Datenqualität bereiten operative Schwierigkeiten. Über 70 % der Teilnehmer forderten konkretere Leitlinien, um sich besser vorbereiten zu können.

Ein klarer Zusammenhang zwischen Wissen und Fortschritt zeigt sich in den Ergebnissen: Unternehmen mit fundierten PPWR-Kenntnissen erreichen eine durchschnittliche Umsetzungsquote von 59 %. Dagegen hinken Firmen mit geringem Wissen mit nur 36 % hinterher.

Experten raten, bereits jetzt die Weichen zu stellen. Dazu gehören die Bereinigung von Datenbanken, die klare Definition von Verantwortlichkeiten und eine bessere Zusammenarbeit mit Partnern. Ohne diese Maßnahmen drohen Unternehmen, bis zum Stichtag 2030 weiter zurückzufallen.

Die PPWR wird tiefgreifende Veränderungen mit sich bringen, wie Verpackungen entlang der Lieferketten gehandhabt werden. Mit weniger als sechs Jahren bis zur Umsetzung fehlen vielen Betrieben noch immer die notwendigen Werkzeuge und das Know-how für die Einhaltung.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bessere Leitfäden, verbesserte Datensysteme und stärkere Partnerschaften entscheidend sein werden, um die neuen Standards zu erfüllen. Ohne gezielte Maßnahmen riskieren Unternehmen Störungen, sobald die Verordnung voll greift.

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