Polizei Paderborn zieht Konsequenzen: Handy am Steuer wird teuer und gefährlich
Doris DowergPolizei Paderborn zieht Konsequenzen: Handy am Steuer wird teuer und gefährlich
Polizei Paderborn geht während der Roadpol-Sicherheitswochen hart gegen Ablenkung im Straßenverkehr vor
Bei den jüngsten Roadpol-Sicherheitswochen hat die Polizei in Paderborn gezielt gegen abgelenktes Fahren vorgegangen – insbesondere gegen Autofahrer, die während der Fahrt ihr Handy nutzen. Dabei wurden Dutzende Verstöße aufgedeckt. Die Aktion unterstreicht die wachsenden Gefahren durch Smartphones am Steuer, die Studien zufolge die Reaktionsfähigkeit ähnlich stark beeinträchtigen wie Alkohol.
Bei den Kontrollen wurden elf Autofahrer und zwei Radfahrer mit dem Handy am Steuer erwischt. Ein 38-jähriger Paderborner fiel gleich zweimal in kurzer Zeit auf – zunächst auf einer Hauptstraße, dann in der Kisau-Straße. Sein rücksichtsloses Verhalten gipfelte darin, dass er fast eine Frau mit einem Rollator anfuhr und sich anschließend gegen die Beamten wehrte. Sein Führerschein wurde sofort eingezogen.
Auch ein 13-jähriger Junge wurde in Schloß Neuhaus auf der Hatzfelder Straße gestoppt, weil er illegal einen E-Scooter fuhr. Die Polizei betonte, dass das Fahren ohne Altersfreigabe eine schwere Ordnungswidrigkeit bleibt.
Insgesamt wurden 70 Verwarnungen ausgestellt, die zu Bußgeldern und offiziellen Anzeigen führten. Die Behörden wiesen darauf hin, dass bereits ein zweisekündiger Blick auf das Handy bei Tempo 50 bedeutet, fast 30 Meter „blind“ zu fahren. Untersuchungen zeigen zudem, dass Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung genauso riskant ist wie Fahren mit 0,8 Promille Alkohol im Blut – das Tippen von Nachrichten entspricht sogar 1,1 Promille.
Um die Risiken zu minimieren, rät die Polizei, das Handy während der Fahrt außer Reichweite zu lassen. Stattdessen sollten Freisprechanlagen genutzt oder zum Telefonieren und Nachrichtenlesen sicher angehalten werden.
Die Aktion in Paderborn spiegelt die bundesweiten Bedenken hinsichtlich ablenkender Smartphone-Nutzung im Verkehr wider. Die Beamten werden solche Verhaltensweisen weiter überwachen, um Unfälle zu verhindern und schwächere Verkehrsteilnehmer zu schützen. Bußgelder und Führerscheinentzüge bleiben zentrale Mittel, um die Einhaltung der Regeln durchzusetzen.
