26 January 2026, 14:52

Ott will NRW-Schulsystem radikal vereinfachen – nur noch zwei Schulformen

Ein altes Kartenblatt von Westfalen auf einem Stück Papier, das geografische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Informationen über die Region und ihre Bewohner liefert.

Ott will das NRW-Schulsystem radikal überholen - Ott will NRW-Schulsystem radikal vereinfachen – nur noch zwei Schulformen

Jochen Ott, Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl 2027 in Nordrhein-Westfalen, schlägt eine grundlegende Reform des Schulsystems des Bundeslandes vor. Sein Plan sieht vor, die aktuelle fünfgliedrige Struktur durch nur zwei weiterführende Schulformen zu ersetzen: Gymnasium und Gesamtschule. Ott, selbst ehemaliger Otto-Versandrat, kritisiert, dass das bestehende Modell zu kompliziert sei und zu viele Schülerinnen und Schüler im Stich lasse.

Derzeit umfasst das NRW-Schulsystem Hauptschulen, Realschulen, Sekundarschulen, Berufskollegs sowie Modellversuche wie Gemeinschaftsschulen und Primus-Schulen. Das 2013/2014 eingeführte Primus-Programm läuft zwar noch an fünf Standorten – Minden, Münster, Schalksmühle, Titz und Viersen –, doch seine langfristige Zukunft ist weiterhin ungewiss. Ott verweist darauf, dass jeder fünfte Schulabgänger NRW ohne die für eine direkte Berufsausbildung erforderlichen Abschlüsse verlässt.

Nach Otts Reformvorschlag könnten Schülerinnen und Schüler nach der Grundschule zwischen Gymnasium und Gesamtschule wählen. Die Umstellung soll bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode 2032 abgeschlossen sein. Zudem plant er, im Falle seiner Wahl "handyfreie Vormittage" einzuführen, da Kinder seiner Meinung nach mehr "analoge Zeit" ohne Bildschirme benötigen. Als SPD-Spitzenkandidat inszeniert sich Ott als entschlossener Macher, der auch kontroverse Themen angeht. Seine pädagogische Vergangenheit prägt seinen Ansatz, wobei die Partei noch keinen konkreten Kandidaten für das Amt des Schulministers benannt hat, falls sie die Wahl gewinnt.

Die Reform würde das NRW-Schulsystem deutlich vereinfachen, indem sie die Auswahl von fünf auf zwei Schulformen reduziert. Bei Umsetzung könnte sie die weiterführende Bildung Zehntausender Schüler bis 2032 neu gestalten. Otts zusätzlicher Vorstoß für ein Handyverbot am Vormittag unterstreicht seinen Kurs, den Unterricht wieder stärker auf traditionelles Lernen auszurichten.