02 April 2026, 00:25

NRW-Kinderministerin plant radikale Kita-Reform gegen Fachkräftemangel

Ein Plakat mit Text, der für den American Rescue Plan wirbt, um die Kinderarmut in den USA zu halbieren, mit einem Bild einer Gruppe von Menschen.

NRW-Kinderministerin plant radikale Kita-Reform gegen Fachkräftemangel

Nordrhein-Westfalens neue Kinderministerin Verena Schäffer schlägt Reform der Kita-Betreuung vor

Die neue Kinderministerin von Nordrhein-Westfalen, Verena Schäffer, will die Arbeitsorganisation in Kitas grundlegend umstellen. Ihr Plan sieht vor, das Personal in Kern- und Randzeiten aufzuspalten, um dem anhaltenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Schäffer betont, dass das aktuelle System ohne Reformen nicht mehr tragfähig sei.

Das geplante Kindertagesbetreuungsgesetz würde es Einrichtungen ermöglichen, voll ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher nur noch für fünf Stunden "Kernzeit" pro Tag einzusetzen. In den verbleibenden "Randzeiten" sollten ergänzende Kräfte mit einer zweijährigen – statt der üblichen dreijährigen – Ausbildung arbeiten. Diese Mitarbeiter hätten zwar pädagogische Qualifikationen, aber eine kürzere Ausbildungsdauer.

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Schäffer bezeichnete das Modell als pragmatische Lösung angesichts der Schwierigkeiten, offene Stellen in Kitas zu besetzen. Sie verwies auf den anhaltenden Fachkräftemangel in der gesamten Region. Ohne Anpassungen, so ihre Argumentation, ließen sich die bisherigen Standards nicht aufrechterhalten.

Die Ministerin nannte jedoch keine Beispiele aus anderen Bundesländern oder europäischen Staaten, die ihren Ansatz stützen. Zwar setzen einige Kitas – etwa in Mainz oder Niedersachsen – bereits standardisierte Kernzeiten ein, doch gibt es keine direkten Belege dafür, dass solche Modelle zu besserer Personalausstattung, höherer Zufriedenheit der Eltern oder besserer Betreuungsqualität führen.

Das neue System würde die Kinderbetreuung in Kern- und Ergänzungsdienste unterteilen. In weniger ausgelasteten Phasen könnten Einrichtungen auf kürzer ausgebildetes Personal zurückgreifen. Ziel der Reform ist es, die Kitas trotz anhaltender Rekrutierungsprobleme funktionsfähig zu halten.

AKTUALISIERUNG

Controversial Kita Reform Faces Continued Opposition Despite Revised Draft

The revised draft of NRW's KiBiz law was introduced to the state parliament despite ongoing protests. Key developments include:

  • The core hours model remains unchanged, with five-hour core shifts for qualified staff.
  • 'The government proceeds despite organized resistance from unions, political parties, and childcare workers.'
  • Concessions made in response to protests failed to address fundamental concerns about staff shortages.