Mordprozess in Neuss eskaliert nach Tod des mutmaßlichen Mittäters in Haft
Doris DowergTod eines Obdachlosen - Angeklagter bestreitet Vorwürfe - Mordprozess in Neuss eskaliert nach Tod des mutmaßlichen Mittäters in Haft
Mordprozess in Neuss nimmt dramatische Wendung nach Tod des mutmaßlichen Mittäters in Untersuchungshaft
Ein Mordprozess in Neuss hat eine dramatische Wende genommen, nachdem der mutmaßliche Komplize in Untersuchungshaft verstorben ist. Der 46-jährige Angeklagte, ein Ukrainer mit griechischem Pass, bestreitet jede Beteiligung am Tod eines 56-jährigen Obdachlosen. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht eine gewalttätige Auseinandersetzung am Rheinufer im vergangenen Jahr.
Der Vorfall ereignete sich in der Nacht Ende 2023 im Neusser Stadtteil Grimlinghausen. Der Angeklagte sagte aus, das Opfer sei in der Nähe des Wassers mehrmals gestürzt, bevor es zu einem Streit gekommen sei. Seiner Schilderung zufolge hatte sich der 56-Jährige mit einem 39-jährigen Mann über die Aufstellung eines Zeltes gestritten.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 39-Jährigen vor, das Opfer als Erster angegriffen zu haben, woraufhin sich der Angeklagte beteiligt habe. Beide Männer sollen den schwer verletzten Obdachlosen zurück zu seinem Zelt gebracht haben, wo er später tot aufgefunden wurde. Der Angeklagte behauptet, er habe erst nach der Attacke helfen wollen und den Tod der Polizei gemeldet.
Kompliziert wird der Prozess durch den Suizid des 39-jährigen Mitangeklagten in Untersuchungshaft. Nun muss sich nur noch der 46-Jährige wegen gemeinschaftlichen Mordes verantworten. Die Verhandlungen sollen bis Mitte Dezember fortgesetzt werden; fünf weitere Termine sind anberaumt.
Das Gericht steht nun vor der Aufgabe, die widersprüchlichen Darstellungen jener Nacht zu bewerten. Die Aussage des Angeklagten steht in scharfem Kontrast zur Version der Anklage. Ein Urteil wird bis Jahresende erwartet.






